NIEDERKAPPEL. Niederkappel im Bezirk Rohrbach ist jene Gemeinde, die im Zuge des Agenda 21-Prozesses die meisten Projekte umgesetzt hat. Dies bestätigt eine Studie der Universität Linz, in der jene Gemeinden genauer unter die Lupe genommen worden sind, die zwischen 2005 und 2007 ihr Zukunftsprofil erstellt haben. Die breite Palette der insgesamt 18 Projekte reicht vom Kulturfolder über die Essbare Landschaft bis hin zum Jugendtaxi und Computerkurs für Senioren/innen.
„Die Agenda 21 hat wesentlich zu einer Steigerung der Lebensqualität in unserer Gemeinde beigetragen“, sagt Rudolf Kehrer. Er ist nicht nur Bürgermeister der beschaulichen 1.019 Einwohner/innen zählenden Gemeinde im Oberen Mühlviertel, sondern auch Agenda 21-Kernteamleiter und Arbeitskreisleiter der Gruppe Nahversorgung und Wirtschaft. „Das Miteinander und das gemeinsame Arbeiten zwischen Jung und Alt wurden wesentlich verbessert und gefördert.“
Seit 2006 wirken viele Menschen aus Niederkappel an der Agenda 21 mit und beschäftigen sich mit Fragen der Entwicklung und der Zukunft des Ortes. In sechs Arbeitskreisen wurden zahlreiche Projekte geplant und teilweise bereits umgesetzt. Die Projekte, die im Rahmen der Agenda 21 entstanden sind, können sich nicht nur von der Anzahl her, sondern auch von der Qualität her sehen lassen. Zum Beispiel im Bereich Umwelt und Natur: Da die Landschaft entlang der Donau zum Teil sehr schwer zugänglich und daher Umweltbelastungen kaum ausgesetzt ist, sind essbare Produkte aus diesem Naturraum von hoher Qualität. Was liegt also näher, als den Menschen die „Essbare Landschaft“ in Form einer mehrstündig geführten Wanderung näherzubringen? Realisiert wurde auch der Themenweg „Rudolf-Kirchschläger-Steig“, ebenfalls geistiges Produkt aus dem Agenda 21-Prozess. Er wirft in neun Stationen Blitzlichter auf das Leben des ehemaligen Bundespräsidenten, der 1915 in Niederkappel zur Welt gekommen ist.
Auch viele soziale Themen haben ihren Niederschlag in konkreten Projekten gefunden: Der Senioren/innentreff zum Beispiel oder der Sozialkreis Niederkappel. Dabei bieten zehn Niederkappler/innen einen Besuchs-, Hilfs- und Pflegedienst für Pflegebedürftige und deren Angehörige an. Breiten Raum nehmen auch die Bereiche Verkehr, Energie und Kultur ein. Bürgermeister Kehrer ist stolz auf seine Gemeinde und ihre Bürger/innen. „Nur wenn sich ein Ort entwickelt und intensiv an sich arbeitet, ist dieser auch attraktiv.“ Dadurch könne ein Aussterben verhindert werden.
So sehr Rudolf Kehrer die positive Entwicklung seiner Gemeinde auch am Herzen liegt – es geht ihm um mehr: „Der Sinn der vielen Aktivitäten liegt für Niederkappel nicht in Einzelprojekten, denn da wird der Gedanke der Nachhaltigkeit zu wenig aufgegriffen. Es geht immer um die Vision, eine erfolgreiche Region mit hoher Lebensqualität zu realisieren.“
Bildtext: Die „Essbare Landschaft“ entlang der Donau ist ein Agenda 21-Vorzeigeprojekt.
Foto: Gemeinde Niederkappel (honorarfrei)
Das ist Niederkappel:
Politischer Bezirk: Rohrbach
Einwohner/innen: 1.019
Fläche: 23 Quadratkilometer
Bürgermeister: Rudolf Kehrer (seit 1995)
Besonderes: Niederkappel ist der Geburtsort von Dr. Rudolf Kirchschläger, der von 1974 bis 1986 österreichischer Bundespräsident war.
Internetauftritt: www.niederkappel.at
Kontakt Gemeindeamt: gemeinde@niederkappel.at
Folgende Projekte wurden in Niederkappel umgesetzt:
(Auflistung in alphabetischer Reihenfolge)
Anlaufstelle für Pflegebedürftige und Angehörige
Computerkurs für Senioren/innen
Energiesparaktion „4x4“
Energiestammtisch
Erhebung des öffentlichen Verkehrsangebots (Linz-Niederkappel-Rohrbach)
Essbare Landschaft
Folder „Kultursprung“
Jugendtaxi
Kirchschläger Steig
Konzept Freizeitplatz „Gstoanarat“
Kulturfahrt nach Wien
Nahwärmeanlage
Neubeschilderung der Wanderwege
Schnupperticket für den öffentlichen Verkehr
Senioren/innentreff
Spieletreff
Themenwegekonzept
Waldschule Donautal
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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