INNVIERTEL. Zwei Themenschwerpunkte prägen das Zukunftsprofil der Seelentium-Region: die touristische und die soziale Entwicklung in den Gemeinden Franking, Hochburg-Ach, Eggelsberg, Moosdorf, Ostermiething, St. Pantaleon, St. Radegund, Tarsdorf, Haigermoos und Geretsberg.
Groß war die Beteiligung und das Interesse beim regionalen Impulstag in Haigermoos am vergangenen Samstag. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger der Seelentium Gemeinden konkretisierten die Themen und Projekte und konnten sich für die Mitarbeit in den Projektgruppen anmelden. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Vorstellung des Zukunftsprofiles, das gemeinsam mit den beiden Agenda 21-Prozessbegleitern Karlo Hujber und Wolfgang Mader erarbeitet worden war.
Im Bereich Tourismus setzt die Region vor allem auf die Schätze der Natur mit den 5 Naturschutzgebieten, dem Moor, der Salzach und die Nutzung als Wander- und Fahrradregion. Die kulturellen Sammlungen und Museen sollen mit Zeitreisen zu einem interessanten Angebot führen. Der Genuss und regionale Produkte haben einen hohen Stellenwert und sollen vermehrt Einzug in der Gastronomie finden. Die Genussbox zur Landesausstellung 2012 in Braunau, Mattighofen und Burghausen ist ein gutes Beispiel für eine sich lohnende Kooperation zwischen bäuerlichen Direktvermarkten und Gewerbe- u. Handelsbetrieben. Bei all diesen Projekten soll unter den Kriterien der Nachhaltigkeit der erfolgreiche Weg des sanften Tourismus in der Region weitergeführt werden. Die regionale Zusammenarbeit der Gemeinden soll für Aufbruchstimmung sorgen und gut organisierte gemeinsame Auftritte – auch grenzüberschreitend – ermöglichen. Über allem steht das Bekenntnis zur Wertschöpfung durch Qualität. Wichtig ist den Gemeinden auch, die Seelentium-Region so weiter zu entwickeln, dass sie zu allen Jahreszeiten Freizeit- und Urlaubsmöglichkeiten bietet.
Der Sozialbereich (Sozialcluster Seelentium) hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, das Altern unter Beibehalt der Lebensqualität zu sichern. Hilfe zur Selbsthilfe und Unterstützung für pflegende Angehörige gehören da genauso dazu, wie eine ausreichende Versorgung mit Seniorenheimen, die als Kompetenzzentren fungieren. Weitere Schwerpunkte im Sozialcluster sind die aktive Jugendarbeit, die Kinderbetreuung, bedarfsgerechte Mobilitätsangebote und das Thema Frieden und Fairness im globalen Umfeld. Das neue Gemeindezentrum in der Gemeinde Haigermoos war als Veranstaltungsort des Impulstages eine gute Wahl. Ein Schüler und eine Schülerin der Landesmusikschule Ostermiething umrahmten die Veranstaltung mit Musikstücken. Ein Buffet von Florian Ebner dem Gestalter der Braunauer Genussbox – mit regionalen Direktvermarktern stärkte und begeisterte die TeilnehmerInnen. Im nächsten Schritt treffen sich die Akteure/innen am 7. und 12. November zu Projektwerkstätten, um mit der Projektumsetzung zu beginnen.
Gerald Koller brachte in seinem Impulsreferat sehr anschauliche Beispiele und zeigte Wege auf um von Lebensstandard zu Lebensqualität zu kommen.
KOLLER: „Wir brauchen einen gesellschaftlichen Klimawandel. Der Dialog schafft in unserer gesellschaftlichen Wetterlage ein Hochdruckgebiet. Wo Menschen zusammenkommen und vorbehaltlos miteinander Reden entstehen Ideen, lebenswichtige Netzwerke und gegenseitige Anerkennung. Bei den Zulus in Afrika sagt man zum Wort Dialog Palavern.“ Dieser Begriff war im Anschluss der Aufhänger für intensive Diskussionen in der Pause und in den Arbeitsgruppen.
Friederike Blum, LEADER Geschäftsführerin:
Es macht mich stolz, dass die 10 Gemeinden unserer LEADER–Region Oberinnviertel- Mattigtal einen zukunftsweisenden Weg einschlagen, der über die Grenzen hinaus nachhallt. Als LEADER Region unterstützen wir diesen gemeinsamen Weg sehr gerne.
Gerhard Wipplinger, Regionalmanagement OÖ:
Mit mehr als 350 Personen haben sich sehr viele Menschen am Agenda 21-Prozess beteiligt. Jetzt geht es darum, Projekte umzusetzen. Dazu ist viel Kreativität und Energie notwendig. Die bisherige zielstrebige Arbeit der beiden Gruppen in den Bereichen Sozialcluster und Tourismus ist eine ausgezeichnete Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung der Region.
Bildtext:
VertreterInnen der Themen und OrganisatorInnen der Veranstaltung
(Fotocredit: kostenfrei, LEADER)
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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