MICHELDORF. Gerechtes Geld - Gerechte Welt – unter diesem Motto findet am 5. Mai 2010 um 19.30 Uhr im Freizeitpark Micheldorf eine Impulsveranstaltung der Global Marshall Plan-Initiative statt. Lernen wir aus der Finanzkrise oder fallen wir zurück in den alten Trott? Können wir zu einer gerechten Welt beitragen oder sind wir ohnmächtig? Diesen und vielen weiteren Fragen wird in Micheldorf auf den Grund gegangen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Agenda 21 in Oberösterreich hat sich ebenfalls diesen Themen verschrieben. Agenda 21-Prozesse machen Zusammenhänge zwischen Globalem und Lokalem deutlich und somit Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort sichtbar.
Die Global Marshall Plan-Regionalgruppe Steyr–Kirchdorf hat bei der ersten Großveranstaltung in Österreich im Jahr 2005 „Den Stein ins Rollen bringen“ begonnen, die Bevölkerung zu sensibilisieren. „,Der Stein rollt weiter’ und deshalb möchten wir nach fünf Jahren Bilanz ziehen und sehen was schon alles erreicht wurde. Wir möchten aber auch darauf aufmerksam machen, dass noch viel Handlungsbedarf gegeben ist“, erklärt Carlo Neuhuber, Obmann der Ökumenischen Initiative, die ein Partnerverein der Global Marshall Plan-Initiative ist.
In den letzten Jahren hat sich viel getan: Alle Landesregierungen in Österreich haben zugesagt, den Global Marshall Plan als Entscheidungsgrundlage für ihre Arbeit anzusehen. Die Partner der Global Marshall Plan-Initiative (SPES Zukunftsakademie, Verein Leb’s Net’s 21, Netzwerk von Christen zur Unterstützung des Global Marshall Plan, Caritas usw.) haben bereits zahlreiche Veranstaltungen zu dem Thema abgehalten. Der Handel und Kauf von FAIRtrade-Produkten in Oberösterreich wurde vorangetrieben, Bewusstseinsbildung gefördert und Entwicklungsarbeit geleistet.
Mit dem Global Marshall Plan sollen die Millenniums-Entwicklungsziele umgesetzt werden. Zu diesen gehören unter anderem Armut und Hunger zu verringern, Schulbildung für alle Kinder zu ermöglichen und Krankheiten zu bekämpfen. Eine Grundforderung des Global Marshall Plan ist auch, weltweite Rahmenbedingungen für eine ökosoziale Marktwirtschaft zu schaffen und die Weltwirtschaft damit gerechter zu gestalten. Bei der Veranstaltung am 5. Mai werden Vorschläge für den Bereich Finanz- und Geldwirtschaft diskutiert sowie neue regionale und nationale Handlungsansätze vorgestellt. Klemens Riegler, Geschäftsführer des Ökosozialen Forums, gibt einen Rückblick über die Entwicklungen und Erfolge der letzten fünf Jahre. Christian Felber, Autor und freier Publizist, ist der Hauptreferent des Abends und spricht über die globale Finanzwirtschaft und wie sich diese auf die europäische und regionale Ebene auswirkt.
„Es ist ganz besonders wichtig, sich nicht nur über die Weltbanken zu beschweren, sondern etwas zu unternehmen, zu bewegen und zu unterstützen. Man muss das was man verlangt auch selber leben, egal ob es um das Klima, den Verkehr oder die regionale Finanzwirtschaft geht“, ist Carlo Neuhuber überzeugt. Eine Idee ist daher, einen regionalen Ethikfonds zu schaffen, in den die Bürger/innen für eine gute Sache einzahlen können. Das Geld bleibt damit in der Region und erzielt Wertschöpfung vor Ort. „Zu solchen Themen wollen wir uns das Feedback der Bevölkerung holen. Wir wollen für Projekte begeistern und hoffen, dass viele Menschen mitarbeiten und uns unterstützen werden“, fasst Carlo Neuhuber seine Erwartungen an die Veranstaltung zusammen.
Die Veranstaltung „Gerechtes Geld - Gerechte Welt“ findet am 5. Mai 2010 um 19.30 Uhr im Freizeitpart Micheldorf statt. Die Teilnehmer/innen erwartet folgendes Programm:
ab 19.00: Ausstellung hoffnungsvoller Initiativen der Region
19.30: Gerechtes Geld – Gerechte Welt
Christian Felber (Autor und freier Publizist, Attac)
Klemens Riegler (Geschäftsführer Ökosoziales Forum)
20.45: Regionale Antworten Was können wir tun?
21.00: Stellungnahme der Politik
Runder Tisch mit den Landesräten Josef Stockinger und Rudi Anschober
Bildtext:
Engagierte Vertreter des Global Marshall Plan-Netzwerkes in Oberösterreich (v.l.): Carlo Neuhuber (Obmann der Ökumenischen Initiative), Georg Brandstetter (Netzwerk von Christen) und Alexander Hader (SPES Zukunftsakademie Schlierbach).
(Fotocredit: SPES Zukunftsakademie Schlierbach)
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
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Letzte Änderung dieser Seite: 02.09.2010
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