SATTLEDT. Ermutigen, Barmherzigkeit, Handwerken und Helfen/Dienen sind die vier herausragendsten Gaben, mit denen die Sattledter/innen ausgestattet sind. Das ist das wichtigste Ergebnis der großen Gabenumfrage der Agenda 21-Pfarre Sattledt, die kürzlich von Lukas Födermair vom Institut für Pastoraltheologie der Universität Salzburg im Gasthaus Wahlmüller präsentiert wurde.
Die Verantwortlichen der Pfarre Sattledt wollten wissen, wie reich die Gemeinde mit Talenten bestückt ist und welche Gaben es genau sind, die in den Menschen schlummern. Zu diesem Zweck wurden im Juni rund 2.000 Fragebögen ausgegeben. Die Rücklaufquote war sensationell, 1.080 Fragebögen wurden persönlich eingesammelt und in weiterer Folge von Lukas Födermair von der Universität Salzburg anonym ausgewertet. Das Alter der an der Befragung teilnehmenden Sattledter/innen reichte von zwölf bis 87 Jahren, rund zwei Drittel waren Frauen.
Die vier größten Gaben der Sattledter/innen sind Ermutigen, Barmherzigkeit, Handwerken und Helfen/Dienen. Am wenigsten stark zum Tragen kommen interessanterweise liturgische Begabungen, Leiten und Musikalität, was viele der Anwesenden bei der Präsentation der Gabenumfrage doch einigermaßen erstaunte. Freuen sich die Sattledter/innen doch zum Beispiel über einen äußerst aktiven Kirchchor, einen erbaulichen Singkreis und eine große Marktmusikkapelle. Födermair hatte eine Erklärung parat: „Vielleicht liegt es daran, dass sich generell Menschen ab 40 Jahren selber eher schlechter bewerten als die Jüngeren.“
Die Agenda 21-Pfarre Sattledt erhofft sich von der Umfrage natürlich neue Gesichter, neue Ideen und neuen Schwung. Aber in erster Linie sollen die Menschen etwas davon haben. Ihnen sollte bewusst gemacht werden, mit welchen der insgesamt 13 Begabungen sie ausgestattet sind. „Unsere Pfarre ist wie ein buntes Puzzle“, sagt Pfarrgemeinderatsobfrau Veronika Bieregger. „Jeder Mensch ist ein Teil mit verschiedenen Gaben. Werden diese in die Pfarre eingebracht, stellen sie zusammen das Bild eines funktionierenden und sinnerfüllten Pfarrlebens dar.“ Fast alle Gaben werden im Übrigen ehrenamtlich eingebracht. Zeit ist dabei eine der wertvollsten Spenden für die Pfarre.
Bildlegende (von links):
Pater Arno Jungreitmair (Pfarrprovisor), Inge Wieser (Pfarrsekretärin), Josef Preundler (Prozessbegleiter Agenda 21), Lukas Födermair (Universität Salzburg), Günter Wieser (Pfarrgemeinderat) und Veronika Bieregger (Pfarrgemeinderatsobfrau).
Fotocredit: Pfarre Sattledt/honorarfrei
Infobox: 13 Gaben, 4 Typen
Es gibt 13 Gaben, mit denen jeder Mensch in unterschiedlicher Stärke ausgestattet ist: Leiten, Organisieren, Helfen/Dienen, Gastfreundlichkeit, Lehren, Ermutigen, Barmherzigkeit, Kreativität, Handwerken, Musikalisch, Liturgisch begabt, Beten und Glauben. Aufgrund der 13 Gaben („Charismen“) können vier unterschiedliche Typen aufgezeigt werden:
Macher /Leiter/Lehrer
Barmherziger Helfer
Kreativer Künstler
Charismatischer Gläubiger
Hinweis: Sollten sich weitere Pfarren dafür interessieren, ein derartiges Talente-Panorama durchzuführen, so können sie sich gerne bei Lukas Födermair unter 0699 / 17170123 melden.
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
© Amt der oberösterreichischen Landesregierung
Impressum