LOSENSTEIN, MOLLN, STEINBACH an der Steyr. Gleich drei Gemeinden mit Agenda 21-Aktivitäten erhielten kürzlich den Titel „Fairtrade-Gemeinde“. Die Ehrung wurde von Landesrat Dr. Josef Stockinger, der Landtagsabgeordneten Ulrike Schwarz und Traude Novy von Fairtrade Österreich im Spiegelsaal der Redoutensäle in Linz vorgenommen.
Die drei ausgezeichneten Gemeinden Losenstein (Bezirk Steyr-Land), Molln (Kirchdorf) und Steinbach an der Steyr (Kirchdorf) beschäftigen sich im Rahmen der Agenda 21 schon seit längerer Zeit mit dem Projekt b-fair 21, das von der Oö. Akademie für Umwelt und Natur gefördert wird und den Schwerpunkt auf die globale Dimension der Nachhaltigen Entwicklung legt. Zentrales Anliegen von b-fair 21 ist es, auf lokaler Ebene so zu leben und zu handeln, dass ein faires Miteinander der verschiedenen Lebenswelten und Kulturen ermöglicht wird. Die Auszeichnung mit der Fairtrade-Urkunde ist eine logische Konsequenz aus dem intensiven Diskurs und Engagement der Bürger/innen.
Mit dem Projekt Fairtrade sollen möglichst viele österreichische Gemeinden dabei unterstützt werden, den fairen Handel im Bewusstsein der Gemeinschaft zu verankern und auf die Beschaffung fair gehandelter Produkte umzustellen. Mit der Entscheidung für Produkte, die das Fairtrade-Gütesiegel tragen, erwirbt man nicht nur Lebensmittel von höchster Qualität, sondern hat auch die Gewissheit, dass deren Produzenten/innen in den Ländern des Südens ein angemessener und fairer Lohn für ihre Arbeit bezahlt wird.
Im Rahmen der Feier stellten die Vertreter/innen der ausgezeichneten Gemeinden ihre konkreten Maßnahmen vor. So werden Fairtrade-Produkte beispielsweise in den Pfarren sowie Bildungs- und Freizeiteinrichtungen verwendet, es werden Veranstaltungen zum Thema „fairer Handel“ durchgeführt und Fairtrade wird verstärkt in der Öffentlichkeitsarbeit berücksichtigt. Zusätzlich setzen sich die Gemeinden dafür ein, dass Fairtrade-Produkte für die lokalen Gastronomiebetriebe und Geschäfte leicht verfügbar sind.
Zitate:
„Ich bin stolz, dass wir in Losenstein so engagierte Menschen haben, die sich uneigennützig für eine faire Entlohnung der Ärmsten einsetzen.“
Karl Zeilermayr (Bürgermeister, Losenstein)
„Es ist vielen Mollnern/innen eine Selbstverständlichkeit geworden, jene Nahrungsmittel, die bei uns nicht gedeihen, aus fairem Handel zu beziehen.“
Waltraud Steiner (Verein ETMO, Molln)
„Wir übernehmen nicht nur Verantwortung für unseren unmittelbaren Lebensraum, sondern wir versuchen auch, unseren Beitrag zu mehr Gerechtigkeit auf der Welt zu leisten.“
Dr. Christian Dörfel (Bürgermeister, Steinbach an der Steyr).
Bilder:
Landesrat Dr. Josef Stockinger, Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz und Traude Novy von Fairtrade Austria zeichnen die Gemeinden Losenstein, Molln und Steinbach an der Steyr aus. (Credit: Land OÖ/honorarfrei)
Hinweise:
Das Projekt Fairtrade-Gemeinde wird unterstützt vom Land Oberösterreich und umgesetzt in Zusammenarbeit von Fairtrade Österreich, Klimabündnis OÖ, Südwind OÖ und Welthaus Linz.
b-fair 21 – global verantwortlich leben, fair handeln in der Gemeinde – ist ein Angebot für Agenda 21-Gemeinden in Oberösterreich in Kooperation mit dem Welthaus der Diözese Linz, gefördert von der Oö. Akademie für Umwelt und Natur, um Maßnahmen für globale Fairness und Nachhaltigkeit in der Gemeinde zu entwickeln und umzusetzen.
Webtipps:
www.fairtrade.at
http://www.agenda21-ooe.at/grundlagen/themen/b-fair-21.html
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
Internet: www.agenda21-ooe.at
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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