SATTLEDT. Die Verantwortlichen der Pfarre Sattledt, der ersten Agenda 21-Pfarre in Oberösterreich, wollen die Begabungen und Talente ihrer Gemeindemitglieder herausfinden. Zu diesem Zweck haben viele eifrige Helfer/innen in den vergangenen Tagen rund 2.000 Fragebögen in der ganzen Pfarre ausgeteilt. Noch vor den Ferien werden sie wieder persönlich eingesammelt. Die Ergebnis-Präsentation der Umfrage, die vom Institut für Pastoraltheologie von der Universität Salzburg wissenschaftlich ausgewertet wird, findet am 12. Oktober statt.
„Jeder Mensch hat Talente, denen unsere Aufmerksamkeit gelten muss. Diese sollten durch die Mitarbeit in der Pfarre eingebracht und gefördert werden.“ So steht es im Zukunftsprofil der Agenda 21-Pfarre Sattledt. Doch wer hat welche Talente und wie kommt man an sie heran? Diese Fragen stellte sich das Agenda 21-Kernteam im vorigen Jahr und fand die Lösung in einer „Gabenumfrage“.
1909 Geldsammlung, 2009 Talentesammlung
2009 ist für die Pfarre Sattledt ein ganz besonderes Jahr. Genau vor 100 Jahren wurde der Kirchenbauverein gegründet. Er hatte den Zweck, die nötigen Mittel zum Bau der Kirche, die schließlich am 3. Mai 1931 eingeweiht wurde, zu sammeln. „100 Jahre später wollten wir wieder etwas sammeln“, sagt Pfarrgemeinderatsobfrau Veronika Bieregger. „Aber diesmal etwas, das man mit Geld gar nicht aufwiegen kann – die Begabungen und Talente unserer Gemeindemitglieder.“ Natürlich versprechen sich die Verantwortlichen neue Gesichter und neuen Schwung für ihre Pfarre. „Aber in erster Linie sollen die Menschen etwas von der Umfrage haben“, sagt Bieregger. „Wir wollen im Jubiläumsjahr unserer Pfarre besonders auf jene Gaben aufmerksam machen, die jede/r Einzelne als Geschenk für sich und zum Wohle der Gemeinschaft bekommen hat.“ Den Menschen soll bewusst gemacht werden, mit welchen Talenten sie ausgestattet sind bzw. welche Talente in ihnen schlummern.
Der Fragebogen, dessen Beantwortung rund 20 Minuten in Anspruch nimmt, wird aufgrund der guten Kontakte von Pater Arno Jungreithmair sogar wissenschaftlich ausgewertet. Das Institut für Pastoraltheologie der Universität Salzburg behandelt die Daten selbstverständlich diskret und anonym. Am Montag, 12. Oktober, findet ein Talenteabend statt, an dem die Ergebnisse präsentiert werden.
Bildtext: Pfarrgemeinderatsobfrau Veronika Bieregger: „In erster Linie sollen die Menschen etwas von der Gabenumfrage haben.“
Fotohinweis: Pfarre Sattledt/honorarfrei
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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