URFAHR / UMGEBUNG. Fahrten ins Einkaufszentrum sind offenbar für Herrn und Frau Österreicher eine wichtige Freizeitbeschäftigung. Dass dabei viel Zeit und Benzingeld auf der Strecke bleiben, bedenken viele oft nicht. Deshalb hat sich ein Agenda 21- Projektteam vorgenommen, bewusstseinsbildend zu wirken. Über die regionale Internetplattform www.GUUTE.at können Konsumenten ab sofort die „Nebenwirkungen“ für ihre Einkaufsfahrten berechnen. Als Lohn für eingesparte CO2- Emissionen durchs Einkaufen im Nahbereich, winken Ökopunkte. Regionaler Einkauf ist vielfach nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell die bessere Strategie. Sparsamer und umweltfreundlicher
„Wie viel für Fahrten in unnötig weit entfernte Einkaufstempel ausgegeben wird ist den Leuten meistens gar nicht bewusst. Dass sie dabei nicht nur die Umwelt verschmutzen, sondern auch noch die Region durch massiven Kaufkraftabfluss schädigen, erst recht nicht", sagt Dr. Franz Tauber, Leiter der Wirtschaftskammer Urfahr-Umgebung. Er ist Initiator des Öko-Punkte-Projektes, das vom Verein GUUTE und Wirtschaftskammer finanziert und vom Land OÖ innerhalb der Agenda 21 gefördert wurde. Das Projektteam Erwin Brandl (EBA Informations- Management GmbH) aus Gallneukirchen und Anton Bauer (Kreativa
Unternehmensberatung) aus Eidenberg hat ein Informations- und Anreizsystem entwickelt, das Konsumenten ab sofort zur Verfügung steht. „Auf der Internetplattform www.GUUTE.at gibt es bereits einen sehr gut strukturierten Marktplatz. Dabei sind die Betriebe mit ihren Unternehmensdaten, Produkten, Angeboten und Veranstaltungen auch geografisch sichtbar. Das Ökopunkte-Tool kann von allen Benutzern verwendet werden. Um sich die Ökopunkte gutschreiben zu lassen und am Gewinnspiel teilzunehmen, ist lediglich eine Registrierung am GUUTE Portal notwendig“, erklärt Wirtschaftskammer-Obmann Reinhard Stadler. Und so funktioniert es: Auf der regionalen Internetplattform www.GUUTE.at erhalten die regionalen Konsumenten die Möglichkeit, sich über die Fahrtkosten und CO2-Emissionen der gefahrenen Wegstrecke zu informieren. Durch die Gegenüberstellung der Fahrtkosten bzw. der CO2-Emissionen soll Transparenz und Kostenwahrheit beim Einkaufen geschaffen werden. Für die Vermeidung von unnötig gefahrenen Kilometern (= Emissionen) aufgrund eines regionalen Einkaufs werden die Konsumenten mit GUUTE Ökopunkten belohnt. Durch ein Gewinnspiel als Anreiz sollen die Konsumenten langfristig zur Verhaltensänderung motiviert werden. Monatlich werden unter allen registrierten Teilnehmern, die mindestens 300 GUUTE Ökopunkte erreicht haben, GUUTE Gutscheine verlost. Alle Teilnehmer, die im Jahr 3.600 GUUTE Ökopunkte erreicht haben, bekommen online ein Öko-Zertifikat ausgestellt. 1 GUUTE Ökopunkt bedeutet ca 30 g CO2 weniger ausgestoßen zu haben.
Bewusstseinsbildung erreichen
„Ein wesentliches Merkmal des Projektes liegt in der Bewusstseinsbildung für die Konsumenten“, erklärt Erwin Brandl von der EBA-Informations-Management GmbH.: „Aus logistischen Gründen können wir zwar nicht kontrollieren, ob die Benutzer alle ihre Einkäufe richtig erfassen. Vielmehr aber zielt das Projekt darauf ab, die regionalen Kunden dazu zu bewegen, sich mit den regionalen Kreisläufen und den regionalen Unternehmen zu beschäftigen und Informationen über die Auswirkungen ihres eigenen Einkaufsverhaltens zu bekommen.“
Nachdenken spart Geld
Für Landesrat Rudi Anschober ist klar: „Wenn die Konsumenten anfangen, über ihre Gewohnheiten nachzudenken, dann sparen sie auch Geld. Das Projektteam hat ausgerechnet, dass jemand, der sich entscheidet am Standort Gallneukirchen einzukaufen, anstatt ins Auto zu steigen und nach Linz zu fahren, um 30 Kilometer weniger mit dem Auto fährt, um 24 Minuten weniger Zeit auf der Straße verbringt, um 4500 Gramm weniger CO2 Ausstoß verursacht und 12,60 Euro Kosten spart.“ Die Agenda 21 hat für oberösterreichische Gemeinden und Regionen schon seit vielen Jahren wertvolle Zukunftsarbeit am Leitprinzip Nachhaltigkeit ermöglicht. Daher werde er sich weiter dafür einsetzen, dass das Programm der Agenda 21 auf noch mehr Gemeinden ausgedehnt werde, so Anschober. „Um moderne Zukunfts- und Veränderungsprozesse zu ermöglichen, ist eine starke Einbindung, Befähigung und Begeisterung der Bürger/innen notwendig. Solche Projekte, wie die GUUTE-Ökopunkte-Aktion leisten da ganz konkrete Zukunftsarbeit“. Im Sinne des Agenda 21-Qualitätsprogrammes werden nicht nur neue Gemeinden unterstützt, sondern auch die Qualität und Langfristigkeit von bestehenden Agenda 21-Prozessen ausgebaut. Es sollen Kleingemeinden, stadtnahe Gemeinden, Städte und Kleinregionen verstärkt eingebunden werden. Der Themenbereich Sozialkapital und das bürgerschaftliche Engagement bilden den Schwerpunkt in der zukünftigen Agenda 21-Arbeit. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Steuerung durch kompetente Prozessbegleiter/innen, die über entsprechendes Wissen in den Möglichkeiten der aktiven Beteiligung und Zukunftsplanung verfügen.
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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