LAAKIRCHEN. Mit einer Zukunftswerkstatt startet der Agenda-21-Prozess, zu dem sich Laakirchen bereits im Frühjahr 2009 entschlossen hat, im neuen Jahr so richtig durch. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, am Samstag, 30. Jänner, ins Kulturzentrum ALFA zu kommen. Dort werden zwischen 9 und 13 Uhr die Pläne für die Zukunft der 9.500 Einwohner/innen zählenden Stadtgemeinde geschmiedet.
„Bei der Agenda 21 sind die Bürger/innen am Wort“, sagt Bürgermeister Anton Holzleithner. Ihm und dem gesamten Gemeinderat ist von großer Bedeutung, dass nicht einige wenige Kommunalpolitiker/innen über die Zukunft der Stadt entscheiden, sondern dass sich möglichst viele Bürger/innen an diesem nachhaltigen und parteiübergreifenden Prozess beteiligen. „Wir freuen uns über jede/n, der/die mitmacht und seine/ihre Ideen einbringt“, betont der Bürgermeister.
Wohin soll sich die Stadtgemeinde entwickeln? Welches Profil soll sie haben? Welche Stärken sollen ausgebaut und welche Schwächen ausgemerzt werden? Antworten auf Fragen wie diese werden in verschiedenen Arbeitskreisen gesucht, die bei der Zukunftswerkstatt am 30. Jänner gegründet werden. „In zwei bis drei Sitzungen bis zum Herbst legen sie die Grundsteine für das Zukunftsprofil von Laakirchen“, sagt Bürgermeister Holzleithner, dem ganz wichtig ist, dass jede Meinung gleich viel wert ist. „Egal ob eine Idee von einem Jugendlichen oder Erwachsenen kommt – wir nehmen jede Anregung, die zu einer weiteren Hebung der Lebensqualität in Laakirchen führt, sehr ernst.“
Die Basis für den durch die SPES-Zukunftsakademie aus Schlierbach professionell begleiteten Agenda-21-Prozess bildet eine breit angelegte Befragung, die im Sommer 2009 durchgeführt worden ist. Die Ergebnisse sind für Laakirchen zum großen Teil sehr erfreulich, es bestehen aber durchaus verbesserungswürdige Bereiche. So gaben 90 Prozent der 410 Befragten an, gerne bzw. sehr gerne in Laakirchen zu leben. 81 Prozent sind der Meinung, dass die Lebensqualität besser als in anderen Gemeinden ist. Laakirchen wird zudem als modern, umweltbewusst, familienfreundlich und offen beurteilt. Eine Gemeinde, die voller Pioniergeist steckt, deren Vereinsleben ausgesprochen lebendig ist, die aber andererseits – gerade in den Bereichen Jugend und Migration – soziale Bruchstellen aufweist. Kritisiert wurde im Zuge der Befragung auch das eher schwach ausgeprägte Miteinander. Nicht zuletzt aus diesem Grund hofft Bürgermeister Holzleithner auf eine rege Beteiligung an der Zukunftswerkstatt. „Der Agenda-21-Prozess stellt nicht nur eine große Chance dar, die Stadtentwicklung positiv voranzutreiben, sondern auch das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen und so das Miteinander zu stärken.“
Bildtext: Wohin geht die Reise von Laakirchen? Der Agenda-21-Prozess stellt die Weichen.
(Fotocredit: Flugring Laakirchen/honorarfrei)
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
Letzte Änderung dieser Seite: 20.07.2010
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