LICHTENAU. Naturkulinarium nennen die Lichtenauerinnen und Lichtenauer ein Agenda 21-Projekt, das sich künftig durch das ganze Jahr ziehen soll. Von Pflanzenmarkt bis Erntedank und „Essbarer Weg“ reicht das Angebot, das wirtschaftlichen Erfolg bringen und dafür sorgen soll, dass die Wertschöpfung in der Gemeinde bleibt.
„Wir haben noch viel Landwirtschaft in Lichtenau und viele Menschen die Lebensmittel herstellen“, sagt Christine Leitner, die gemeinsam mit Erna Allersdorfer dieses Projekt leitet. „Direkt vermarktet hat bisher jedoch noch keiner.“ Das Naturkulinarium will bei der Direktvermarktung neue Wege gehen. Einer davon ist der „Essbare Weg“. Bei geführten Wanderungen von Hof zu Hof bzw. von Produzent zu Produzent will die geprüfte Natur- und Landschaftsführerin Leitner Lust auf die verschiedenen Produkte machen. Most, Schnäpse, Liköre, Butter, Frischkäse, Topfen, Dinkel, Brot, Speck, Honig, Schaffeln, Besen – das Angebot ist groß. „Langfristig soll die direkte Vermarktung im Rahmen des Naturkulinariums ein zweites Standbein für die Hersteller werden“, hofft Leitner.
Um das zu erreichen, wird ein Bogen über das ganze Jahr gespannt. Gemeinsam mit der Gemeinde St. Oswald wurden bereits die so genannten„Herbstschmankerl“ veranstaltet. Als nächstes ist am 9. Mai 2009 der Pflanzenmarkt geplant. Dort sollen alle die Möglichkeit haben, Gemüsepflanzen zu tauschen oder auch zu kaufen. Mit einem Erntedankfest bzw. einem Schmankerltag schließt sich der Jahreskreislauf wieder. Bisher wurden bereits Kochkurse angeboten und ein Schwerpunkt, Speisen mit Wildkräutern und Wildfrüchten, hat sich herauskristallisiert.
Der Lichtenauer Amtsleiter Stefan Königseder ist vom Naturkulinarium begeistert: „Die Nachfrage ist da und die Leute schätzen die Produkte, die in unserer Gemeinde hergestellt werden. Damit gibt es auch einen wirtschaftlichen Erfolg und die Wertschöpfung bleibt in der Gemeinde.“ Traditionelle Speisen, die in Vergessenheit geraten sind, sollen wieder bekannt gemacht werden.
Christine Leitner kann die gute Akzeptanz des Naturkulinariums ebenfalls bestätigen. „Es ist wichtig, alle einzubinden“, sagt sie und setzt dabei auf die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen – von den Goldhauben über die Ortsbäuerinnen bis zur Feuerwehr. Selbst die Wirte ziehen mit. Kulinarischen Hochgenüssen aus der Natur – und das über das ganze Jahr hinweg – steht damit nichts mehr im Weg.
Bildtexte (alle Fotos: Agenda 21 / honorarfrei):
Foto Marcel: Marcel ist einer der St. Oswalder-Schüler, die bei den "Herbstschmankerl" auftraten.
Foto Most: Most ist ein weiteres Produkt aus der Region. Das Ehepaar Veronika und Ernst Wakolbinger lud zur Verkostung.
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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