VORCHDORF. Am vergangenen Samstag wurde das Agenda 21-Zukunftsprofil im Rahmen des Vorchdorf Festes erstmals den Bürger/innen präsentiert. Unter dem Motto „Vorchdorf – mein Markt voller Leben“ widmet sich die Marktgemeinde Themen wie Umwelt, Regionalität und Integration.
Vor eineinhalb Jahren holte Christian Neuwirth, Umweltbeauftragter der Gemeinde, die Agenda 21 nach Vorchdorf. Aus den anfänglich drei Beteiligten wurden bis heute etwa 15 Personen, die regelmäßig im Agenda 21-Kernteam mitarbeiten. Insgesamt haben sich bis jetzt etwa 140 Bürger/innen am Agenda 21-Prozess beteiligt. Seit Februar 2009 werden laufend neue Ideen und Projekte zur nachhaltigen Gestaltung der 7.700-Seelen-Gemeinde entwickelt und umgesetzt.
„Die Grundidee war, Vorchdorf als Marktgemeinde attraktiver zu machen – vor allem für die Einwohner/innen und die Wirtschaft. Wir sind ein relativ großer und vielfältiger Ort. Dieses vorhandene Potential möchten wir nutzen und weiterentwickeln“, erklärt Christian Neuwirth. Im Agenda 21-Zukunftsprofil geht es u.a. um die Themen Jugend, Energie, Umwelt, Mobilität, Landwirtschaft, Genuss, Gastronomie, die Ortskernentwicklung und die Integration von Zuwanderern. Letzteres ist Christian Neuwirth besonders wichtig: „Mit dem Projekt ,Grenzenlos Vorchdorf’ sollen Grenzen aufgebrochen und die verschiedenen ethnischen Gruppen, die in unserer Gemeinde leben, zusammengeführt werden. Dieses Miteinander wollen wir vor allem durch gemeinsame Feste und Veranstaltungen stärken.“ Ein weiteres Projekt der Agenda 21 ist die „Energiegruppe“. Als Ziel wird angestrebt, bis 2019 energieunabhängig zu werden, also eine eigenständige Energieversorgung für Vorchdorf zu entwickeln.
Um die Einwohner/innen über die Entwicklungen des Agenda 21-Zukunftsprofils zu informieren, wurden am vergangenen Samstag im Rahmen des Vorchdorf Festes unter dem Titel „Gestern – Heute – Morgen“ die Projekte vorgestellt. Nach der Präsentation des Zukunftsprofils sorgte ein umfassendes Rahmenprogramm im Veranstaltungszentrum Kitzmantelfabrik für eine tolle Stimmung. Bei freiem Eintritt fand eine historische Modenschau statt, bei der, passend zum Titel der Veranstaltung, eine modische Zeitreise vom 16. Jahrhundert bis heute durchlaufen wurde. Musikalisch begleitet wurde die Modenschau vom Brassquintett des örtlichen Marktmusikvereins und im Anschluss spielte die Jugendband „Shake Five“. Für das leibliche Wohl war ebenso gesorgt: Jede/r Besucher/in konnte aus einem Buffet Schmankerl verkosten, die von Bauern und Bäuerinnen aus der Region kreiert wurden. Ebenso wurden köstliche Spezialitäten des islamischen Kulturvereins angeboten.
Christian Neuwirth erhofft sich durch die Veranstaltung viele Mitstreiter/innen: „Wir benötigen für die Umsetzung des Agenda 21-Zukunftsprofils Menschen, die Engagement zeigen und Ideen mitentwickeln. Die eigentliche Arbeit am Agenda 21- Prozess geht jetzt erst richtig los.“
Bildtext:
Das Agenda 21-Kernteam der Gemeinde Vorchdorf hat viel vor.
(Fotocredit: www.vorchdorfonline.at)
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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