WELS. Anders mit den Bürger/innen umgehen, sie einbeziehen und mitgestalten lassen. Die Agenda 21 verwirklicht dies – sie ist in Oberösterreich auf Erfolgskurs. Bereits 109 Gemeinden haben sich dem Netzwerk für Menschen, Ideen und Lebensräume angeschlossen – damit fließen Nachhaltigkeit und Beteiligung als fixe Bestandteile in alltägliche Entscheidungen und längerfristige Planungen ein. Erstmals wird nun in einer großen Stadt eine Agenda in Zusammenarbeit von Land und Stadt durchgeführt. Die Innenstadtagenda 21 in Wels kann nach einer Pilotphase von zwei Jahren bereits auf viele Erfolge und konkrete Umsetzungsprojekte verweisen – von der Kulturkonferenz bis zur Innenstadt der Nachhaltigkeit, vom Energieweg bis zur Stadt am Wasser. Wels lebt mit der Innenstadtagenda auf!
Nachhaltigkeit und Beteiligung für die Stadtentwicklung von morgen
Landesrat Anschober: „Agenda 21 ist einer der Schwerpunkte des Umweltressorts, um die ökologischen Lebensqualitäten, das soziale Miteinander und die Überschaubarkeit der Strukturen laufend zu verbessern. Die Agenda 21 hat ihren Schwerpunkt in den ländlichen Regionen. Der überwiegende Teil der 109 Agenda 21-Gemeinden hat weniger als 3.000 Einwohner/innen und ist ländlich geprägt. Mit der Welser Innenstadtagenda 21, die 2010 offiziell gestartet wurde, ist der Schritt in die städtischen Lebensräume gelungen.“
Städte unterliegen einer anderen Entwicklungsdynamik als ländliche Räume. Der Nutzungsdruck ist höher und die sozialen Bindungen und die Identifikation der Bürger/innen sind geringer. Die Stadtentwicklung von morgen baut daher umso mehr auf die Prinzipien der Agenda 21: Nachhaltigkeit, Naturnähe, Langfristigkeit, Beteiligung und bürgerschaftliches Engagement.
Hohe Prozessqualität führt zu sehr guten Ergebnissen
Mit dem neuen Oö. Qualitätsprogramm Agenda 21 Plus 2010-15 beschreibt die Agenda 21 den Weg moderner Zukunfts- und Veränderungsprozesse. Am Beispiel der Welser Innenstadtagenda 21: hier steht eine externe Prozessbegleitung zur Verfügung, die in den Methoden der aktiven Beteiligung und Zukunftsplanung über entsprechende Referenzen verfügt. Aufbauend auf einer umfassenden Analyse und Stadtteil-Dialogen hat die Agenda 21 mit einer Zukunftswerkstatt im April 2010 begonnen. Zahlreiche Agenda-Projektgruppen arbeiten seither an Projektentwicklungen und deren Umsetzung.
In verschiedenen Bereichen wurden eine Vielzahl von „qualitativ hochwertigen“ Projekten umgesetzt bzw. finden sich in Umsetzung:
Themenwege:
Energieweg
Sichtbarmachen von Energieprojekten und Energiepotenzialen der Stadt
Erinnerungsweg
Aufzeigen von Orten, die mit den Schicksalen von Opfern des Faschismus verknüpft sind, aber auch mit dem Widerstand dagegen.
Römerweg
Weg, der zur Sensibilisierung der Geschichte von Wels vom römischen Reich bis zur Gegenwart beitragen soll.
Freiraumprojekte:
Mehr Traun in Wels – Leben am Wasser
An der Traun wurden bereits Liegen zum Verweilen aufgestellt, am Zwinger „Wasserbetten“ montiert und in die Infrastruktur investiert (mehr Mülleimer, …). Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, neue Begegnungsräume zu schaffen.
Gestaltung von Parkanlagen
Umgestaltung der Parkanlagen des Gaswerkparks bzw. des Schwimmschulparks gemeinsam mit der Agenda 21 Gruppe „Gib Gas Park“ und Landschaftsplanern.
Aufstellen eines Denkmals
(nach Vorbild einer römischen Statue) in der FUZO Bäckergasse
Veranstaltungen mit Beteiligungscharakter:
Erste Welser Kulturkonferenz am 20./21. Mai 2011
Die Kultur Konferenz ist ein zweitägiges Ereignis, das den Welser Kunst- und Kulturmenschen sowie dem interessierten Publikum Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme nahe legt. Aufgerufen wird zur Vernetzung, Partizipation und zum Wissenstransfer. Eingeladen wird ins temporäre Konferenzzentrum zu informellen Diskussionen rund um die kulturellen Aktivitäten in der Stadt.
Jugendprojekt „Wem gehört die Stadt?“
Junge Welser konnten mit neuen Medien ihre Sichtweise auf die Stadt Wels in Filmen, Musikvideos, etc. verarbeiten. Erstellung der Homepage www.jugendstadtplan.at, in dem Meinungen zu Plätzen in Wels kommentiert werden können.
Mobilität und Nachhaltigkeit:
Mehr Rad in Wels
Radfahren in der Welser Innenstadt soll attraktiver, derzeitige Schwachpunkte (zB Gefahrenstellen) sollen aufgezeigt werden. Derzeit wird an einem Konzept für Bodenmarkierungen (Öffnung der Einbahnen) gearbeitet.
Innenstadt – Zone der Nachhaltigkeit
Das Thema Nachhaltigkeit soll in Wels erfahrbar und erlebbar gemacht werden. Ziel ist das Aufzeigen neuer Sichtweisen und innovativer Beispiele für eine nachhaltige Stadtentwicklung durch Vorträge oder auch Austausch mit Vorzeigestädten in Sachen Nachhaltigkeit.
LR Anschober: "Diese Vielzahl an eindrucksvollen Projekten zeigt, wie erfolgreich das Modell der Agenda ist: es öffnet Räume für die Beteiligung der Bürger/innen und schafft mehr Akzeptanz und Identifikation mit Entscheidungen. Es ist ein gemeinsamer Lernraum sowohl für die Politik als auch die Bürger/innen und ermöglicht die Entfaltung des kreativen Potenzials."
Perspektive Agenda 21 in Oberösterreich
Es wird klar, dass es vor allem in Zeiten knapper Kassen und intensiver Veränderung die Prinzipien der Agenda 21 - Nachhaltigkeit, Naturnähe, Langfristigkeit, Beteiligung und bürgerschaftliches Engagement - grundlegende Elemente einer zukunftsorientierten Gemeindepolitik sein müssen. Bis 2015 soll es daher in jeder dritten Gemeinde Oberösterreichs einen Agenda 21-Prozess geben. Neben der Unterstützung neuer Gemeinden werden die Prozesse in den bestehenden Agenda 21 verstetigt und deren Qualität ausgebaut. Es sollen vor allem auch Städte und stadtnahe Gemeinden verstärkt eingebunden werden. Der Themenbereich Sozialkapital und bürgerschaftliches Engagement bildet den Schwerpunkt in den nächsten Jahren.
Im Umweltressort steht daher ein eigenes Finanzierungsmodell mit ausreichendem Budget zur Verfügung. Die Landesleitstelle Agenda 21 wurde in die neu gegründete Oö. Zukunftsakademie integriert und verbindet daher die Zukunftskonzepte des Landes mit den Agenda 21-Zukunftsprozessen auf lokaler und regionaler Ebene. Zur Unterstützung des breiten Agenda 21-Netzwerkes stehen in den Geschäftstellen der Regionalmanagement Oö. Ges.m.b.H. eigene Regionalmanager/innen für Nachhaltigkeit und Umwelt zur Verfügung.
Landesrat Anschober: „Wir haben damit in Oberösterreich ein Modell, wo mit wenig Geld sehr viel bewirkt werden kann und stehen damit im österreichweiten Vergleich gemeinsam mit der Steiermark an der Spitze.“
(Fotocredit: Stadt Wels)
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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