MOOSDORF. München, Hamburg, Berlin, Köln und Wien – die Namen der wichtigsten Medienstädte im deutschsprachigen Raum sind einem geläufig. Doch wie schaut’s mit den bedeutendsten Mediendörfern aus? Moosdorf, im südlichen Teil des Bezirkes Braunau gelegen, ist nämlich auf dem besten Weg, dieses Prädikat für sich zu beanspruchen. Die 1.500-Einwohner/innen-Gemeinde wartet mit einem eigenen Fernsehen sowie einer Website mit bewegten Bildern auf.
Wer sich über Moosdorf informieren will, ist auf der neuen Website www.moosdorf.net bestens aufgehoben. Die Besucher/innen erwartet dort allerdings kein gewöhnlicher Internetauftritt. Denn welche kommunale Website bietet schon bewegte Bilder? Der Gewerbepark, direkt an der Bundesstraße 156 auf halbem Weg zwischen Salzburg und Braunau, wird nicht bloß mit schönen Worten beschrieben oder netten Motiven bebildert. Die Moosdorfer haben über ihr bestes Stück Land einen hochprofessionellen Werbefilm gedreht, der den Vergleich mit Beiträgen in bekannten Fernsehsendern nicht zu scheuen braucht. Zu Wort kommt Bürgermeister Manfred Emersberger genauso wie Wirtschaftsausschuss-Obmann Fritz Kaltenegger oder Gemeindeamtsleiter Josef Bachleitner. Sie alle weisen auf die Vorzüge des 80.000 Quadratmeter großen und voll erschlossenen Betriebsbaugebietes hin, das sowohl von Salzburg als auch von Braunau in nur 30 Minuten erreichbar ist. Auf der Website freigeschaltet sind außerdem Filme über den neuen Spielplatz, den europäischen Pilgerweg „Via Nova“ und den Bajuwaren-Radweg, die beide mitten durch die Gemeinde führen.
Moderne Schnittplätze am Gemeindeamt
Moosdorf TV, ein Ergebnis des Agenda 21-Prozesses der Friedensgemeinde, ist aber noch viel mehr. „Wir wollen mit diesem Filmprojekt auch Kultur und Brauchtum erhalten“, sagt Amtsleiter Josef Bachleitner. Dazu wird bei Festen, wichtigen Informationsveranstaltungen, kirchlichen Anlässen, aber auch bei Unfällen oder Brandeinsätzen gefilmt. Auf diese Weise entsteht im Laufe der Zeit eine umfangreiche Videochronik der Friedensgemeinde Moosdorf. Momentan wird gerade ein Film gedreht, der den Bau des Feuerwehrhauses genau verfolgt und dokumentiert. Zusammengeschnitten werden die einzelnen Sequenzen nicht unter laienhaften Bedingungen in irgendeiner finsteren Abstellkammer, sondern hochprofessionell. „Wir haben am Gemeindeamt zwei moderne Schnittplätze eingerichtet“, sagt Bachleitner, der mit 20 weiteren Moosdorfer/innen eine Filmausbildung absolviert hat. Als Lehrer fungierte Gemeindevorstand Christian Spanik.
„Ein Glück mit dem Christian“
Spanik, 1963 in Salzburg geboren, ist schon seit 20 Jahren im Fernsehgeschäft. Als Autor, Coach und Entwickler war er für fast alle großen TV-Sender und Produktionshäuser tätig. Er produzierte die 90-minütige NDR-Doku „Das Vermächtnis der Cherusker“ und arbeitet als Mitentwickler bei Guido Knopps Zeitgeschichte-Magazin „History“ im ZDF. „Dass der Christian bei uns in Moosdorf lebt, ist natürlich ein Riesenglück“, sagt Bachleitner. „Er hilft uns überall, wo es notwendig ist.“ Auch Spaniks Lebensgefährtin Barbara Zimmermann hat als Regisseurin und Kamerafrau stets wertvolle Tipps parat.
Die Moosdorfer/innen sind von ihrem eigenen Fernsehen jedenfalls schwer begeistert. Das freut den Amtsleiter. Und nicht ganz ohne Stolz sagt er: „So etwas gibt es meines Wissens im kommunalen Bereich noch nirgends.“ Wer sich Anregungen holen will: Amtsleiter Bachleitner führt jederzeit gerne durch das Fernsehstudio am Gemeindeamt der Friedensgemeinde Moosdorf.
Bildtext: Nicht ohne meine Kamera – Amtsleiter Josef Bachleitner hält die Ereignisse in Moosdorf filmisch fest.
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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