KALTENBERG. Der Regionalverband Mühlviertler Alm lud kürzlich zum Themenabend „Regionales Geldkapital“ ins Gasthaus Neubauer nach Kaltenberg (Bezirk Freistadt). Ziel der Veranstaltung war es, Ideen für eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Regionalentwicklung zu sammeln.
Die Regionalwert AG aus Baden-Württemberg und der GUUTE-Verein aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung berichteten über ihre erfolgreichen Regionalentwicklungsprojekte. Im Anschluss an die Vorträge wurden in Gruppen mögliche Ansätze für die Mühlviertler Alm erarbeitet. „Mit der Veranstaltung wollten wir Ideen anstoßen, Erfahrungen austauschen und diskutieren. Unsere Mitgliedsgemeinden konnten viele neue Eindrücke gewinnen, was in der täglichen Arbeit und der Initiierung von weiteren Projekten sicherlich von Vorteil sein wird“, resümiert Klaus Preining, Geschäftsführer der Mühlviertler Alm. Unter den mehr als 50 Besuchern/innen befanden sich auch die Landtagsabgeordnete Gabriele Lackner-Strauss, der Obmann der Bezirksbauernkammer Freistadt, Josef Mühlbachler, sowie zahlreiche Bürgermeister und Bankenvertreter.
Die Regionalwert AG ist eine Bürgeraktiengesellschaft. Sie unterstützt die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung der Land- und Regionalwirtschaft rund um Freiburg im Breisgau sowohl finanziell als auch gestalterisch. Über dieses Projekt informierte der Biobauer und Vorstandsvorsitzende Christian Hiß, dem vor allem die sozial-ökologische Rendite, eine biologische Bewirtschaftung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Wertschöpfung in der Region am Herzen liegen.
Der GUUTE-Verein ist eine Initiative zur Sicherung der Nahversorgung und einer nachhaltigen regionalen Wirtschaftsentwicklung in Urfahr-Umgebung. Mit dieser Aktion soll der Kaufkraftabfluss aus dem Bezirk verringert, die Betriebe gestärkt und zur Bewusstseinsbildung für den regionalen Einkauf beigetragen werden. Eine von mehreren Maßnahmen des Vereins ist die GUUTE-Card, mit der die Kunden/innen bei Einkäufen Punkte sammeln können. Diese Idee wurde von Erwin Brandl vorgestellt. Alleine im Jahr 2009 wurden mehr als 75.000 Transaktionen mit der „GUUTE“-Card bei rund 20 Mitgliedsbetrieben getätigt. Seit der Einführung vor vier Jahren wurden bereits mehr als 7.000 Karten ausgegeben.
Im Jänner 2001 haben der Regionalverband Mühlviertler Alm und seine zehn Mitgliedsgemeinden gemeinsam mit der Oö. Akademie für Umwelt und Natur sowie SPES Schlierbach den Agenda 21-Prozess gestartet. „Ziel ist es, Kommunalwesen, Landwirtschaft, Gewerbe, Tourismus, Soziales und Kultur im Mühlviertel nachhaltig zu fördern und zu entwickeln“, erklärt Preining. Bisher beteiligen sich neun Mitgliedsgemeinden aus dem Bezirk Freistadt und eine Gemeinde aus dem Bezirk Perg an der Ideenfindung und Umsetzung von Projekten in der Region. Einige Teilnehmer/innen der Veranstaltung treffen sich bereits am Mittwoch, 10. März, im Gasthaus Bindreiter in Weitersfelden (19 Uhr) wieder, um das Thema weiter auszuarbeiten.
Bildtext:
Die Besucher/innen – unter ihnen die Landtagsabgeordnete Gabriele Lackner-Strauss, Bezirksbauernkammer-Obmann Josef Mühlbachler (3. v. r.) und Mühlviertler-Alm-Obmann Johann Gradl (r.) – folgten aufmerksam den Vorträgen von Christian Hiß und Erwin Brandl.
Foto: Mühlviertler Alm/honorarfrei
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
Letzte Änderung dieser Seite: 20.07.2010
© Amt der oberösterreichischen Landesregierung
Impressum