MUNDERFING. In der Agenda 21-Gemeinde Munderfing im Bezirk Braunau werden wichtige Projekte ohnehin nicht im stillen Kämmerchen entschieden. Die Form der Bürger/innenbeteiligung erfährt durch den so genannten Projekt-Check jetzt aber noch einmal eine neue Qualität. „Eine tolle Sache, die auf breite Zustimmung und Akzeptanz stößt“, sagt Bürgermeister Martin Voggenberger.
Der vom Vorarlberger Institut Kairos entwickelte „Projekt-Check“ ist ein einfaches Instrument zur mehrdimensionalen Wirkungsanalyse von Projekten in Gemeinden. In der Vorprojekt-, Planungs- oder Umsetzungsphase dient der Check dazu, die Wirkungen von Projekten umfassend abzuschätzen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Eine interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe analysiert dabei in einem Bewertungstreffen die erwarteten Wirkungen eines Projekts anhand von vorgegebenen Parametern. Das Ergebnis ist ein grafisches Wirkungsprofil und eine Liste von Verbesserungsvorschlägen. „Der wichtigste Nutzen ist der intensive Dialog einer Gruppe von Leuten, die ein Projekt aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten und analysieren“, betont Bürgermeister Voggenberger.
„Auf Leute hören, die aus dem Bauch heraus entscheiden“
In Munderfing werden derzeit konkret zwei Projekte einem genauen Check auf Herz und Nieren unterzogen – der Windpark Munderfing und die für 2010 geplante Erweiterung des Kindergartens. „Wichtig ist, dass nicht nur Experten/innen zu Wort kommen“, sagt der Munderfinger Amtsleiter Erwin Moser. „Genauso unverzichtbar ist es, auf Leute zu hören, die aus dem Bauch heraus entscheiden.“ Wenn es um die Erweiterung des Pfarrcaritas-Kindergartens geht, dann haben Mütter, Väter, Kindergartenbetreuer/innen und der Pfarrer möglicherweise ganz andere Zugänge als Architekten/innen, Techniker/innen und Kommunalpolitiker/innen. Die Kunst ist es, alle Meinungen einzuholen und zu einer guten Lösung zusammenzufügen.
In Munderfing soll in Zukunft zu jedem maßgeblichen Projekt ein Check durchgeführt werden. „Durch vorausschauendes Beobachten von Wirkungen wollen wir zu noch besseren Lösungen kommen“, sagt Bürgermeister Voggenberger. „Unsere Erfolge sollen messbar gemacht werden.“ Es ist sogar daran gedacht, einen Pool von Bürger/innen einzurichten, die sich als Abchecker/innen betätigen. Eventuell kann diese Form der Bürger/innenbeteiligung auch auf elektronische Weise per E-Mail erfolgen.
Begeistert vom „Projekt-Check“ in Munderfing zeigt sich auch Gerhard Wipplinger, der für das Innviertel zuständige Regionalmanager für Nachhaltigkeit und Umwelt: „Diese Form der Qualitätssicherung kann für Gemeinden, die die Agenda 21 als Steuerungsinstrument in ihrer Entwicklung nutzen, eine hilfreiche Unterstützung sein, um eine nachhaltige Entwicklung mit Bürger/innenbeteiligung zu leben und voranzutreiben. Munderfing übernimmt wieder einmal eine Vorreiterrolle.“
Bildtext: In Munderfing werden Erfolge ab sofort messbar gemacht: Amtsleiter Erwin Moser, Regionalmanager Gerhard Wipplinger und Bürgermeister Martin Voggenberger (v. l.).
(Fotocredit: Gemeinde Munderfing/honorarfrei)
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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