LINZ. Am Freitag, 15. Oktober, erscheint die Ausgabe 03/2010 des Magazin 21. Die Publikation wird viermal pro Jahr herausgegeben und dient als Sprachrohr der Agenda 21 in Oberösterreich. Das aktuelle Heft beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Gemeindekooperationen“. Die Herausforderungen an die Gemeinden werden größer. Denn diese stoßen in verschiedensten Bereichen finanziell und personell immer häufiger an Leistungs- und Kapazitätsgrenzen. Die Lösung muss nicht immer eine Gemeindezusammenlegung sein. Zusammenarbeit ist aber wichtiger denn je. Dabei ist es hilfreich, den Blick der Menschen über ihre Gemeindegrenzen hinaus zu lenken. Genau dadurch zeichnet sich die Agenda 21 aus. Denn alles hat auch Auswirkungen außerhalb der eigenen Gemeinde, egal, ob es um soziale, wirtschaftliche oder ökologische Themen geht. Die Potentiale, die sich daraus ergeben, sollten genutzt werden und das funktioniert am besten gemeinsam.
Ein Beispiel ist das Partnerschaftsmodell zur Agenda 21 im Mühlviertel auf regionaler Ebene. Die Partnerschaft ist ein sanftes Steuerungssystem für die Umsetzung der Agenda 21-Aktivitäten im Mühlviertel und übernimmt dabei Unterstützungs-, Knoten- und Brückenfunktion. Ziel ist, Projekte zusammenzuführen und die Verbindungen zu stärken, um regional wirken und voneinander lernen zu können.
Die Gemeinden Hofkirchen, Neustift, Niederkappel, Oberkappel und Pfarrkirchen engagieren sich seit mittlerweile zwei Jahren gemeinsam im Agenda 21-Prozess. Derzeit entwickelt dieses Gemeindenetzwerk mit weiteren umliegenden Gemeinden eine kooperative Tourismusstrategie. Zusammen mit weiteren Gemeinden sind das Lernen in und von der Natur, Sportangebote im Freien, Schulsportwochen und Aktivprogramme in Bio-Betrieben angedacht. Weitere Themen der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit sind Familie und Soziales, Kultur und Bildung, Energieversorgung und Klimaschutz.
Ein Beispiel ist das Dienstleistungszentrum 4 Sonnen. Dieses wird seit 2004 von den Agenda 21-Gemeinden Aspach, Höhnhart, Rossbach und St. Veit geführt. Die vier Gemeinden haben gemeinsam einen Bauhof und arbeiten in Buchhaltung, Standesamt, EDV und bei Homepages zusammen. Beim Personaleinsatz wird ebenfalls über die Gemeindegrenzen hinaus kooperiert. Neben Essen auf Rädern, einem neuen Altstoffsammelzentrum mit regionaler Strauchschnittentsorgung wird auch ein gemeinsames Betriebsbaugebiet betrieben.
Wer in der neuen Ausgabe des Magazin 21 blättern will, hat die Möglichkeit, die Zeitschrift kostenlos im Internet unter www.agenda21-ooe.at zu abonnieren oder im pdf-Format ab 15. Oktober herunterzuladen.
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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