Herbst 1999 Die Erfolgsgeschichte von Weyer hat 1999 mit dem Start der Lokalen Agenda 21 begonnen. Die vier im Gemeinderat vertretenen Fraktionen fanden keine Mehrheiten. Trotzdem gab es viele Aufgaben zu lösen. Mit der Einführung einer 4er-Runde, bestehend aus dem Bürgermeister und den vier Fraktionssprechern, werden alle wesentlichen Sachthemen vorberaten bevor sie im Gemeindevorstand oder im Gemeinderat behandelt werden. Es gilt nach wie vor, die beste Idee, egal von wem diese stammt, gemeinsam weiter zu entwickeln und nach Möglichkeit umzusetzen. Diese Runde wird aufgrund ihrer Effizienz und auch wegen des freundschaftlichen Umgangs und Zusammenhalts fast liebevoll als "4er-Bande" bezeichnet.
Information und Sensibilisierung Beschluss zur Durchführung des LA 21 Prozesses im Gemeinderat Beauftragung des Instituts DDr. Retzl, Linz zur Prozessbegleitung Gründung einer Trägergruppe Befragung der Bevölkerung, Themenworkshops und Analyse Gründung von 8 Arbeitskreisen (Information- und Kommunikation, Jugend, Soziales, Feizeit und Kultur, Wirtschaft/Tourismus und Nahversorgung, Verkehrslösung, Raumordnung, Umwelt)
Da Weyer gemeindeübergreifende, kleinregionale Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen hat, wurden alle BewohnerInnen ab 14 Jahren der Gemeinden Weyer-Markt, Weyer-Land und Neudorf (Gemeinde Gaflenz) in den Agenda-Prozess einbezogen.
Februar bis Dezember 2000 Bevölkerungsveranstaltung und Präsentation der Befragungsergebnisse Arbeitssitzungen der Projektgruppe "Verkehrslösung Unterer Markt", der LandwirtInnen, VereinsvertreterInnen und Wirtschaftstreibenden Prioritätenreihung der Projekte im Rahmen der Gemeinderatsklausur Grundsatzbeschluss zur "Weyrer Agenda 21" im Gemeinderat Leitbildpräsentation
Dezember 2000 Nach jahrzehntelanger Uneinigkeit über die Wahl der Ortsumfahrungsvariante Weyer konnte am 14. Dez. 2000 ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss gefasst werden. Dies ist nicht nur für Weyer, sondern für die Region von größter Bedeutung.
Sommer 2003 Eröffnung des Freibades mit einer Badebucht am Gaflenzbach und einer Anbindung an den Radweg.
2004 In diesem Jahr hat das Lebensministerium für 50 Gemeinden in Österreich ein Kommunal-Audit finanziert. Weyer-Markt und Weyer-Land waren dabei. Es wurden alle Wirtschaftsdaten der Gemeinden erhoben und verglichen. Die beiden Weyrer Gemeinden konnten daher mit fundierten Zahlen die Synergien einer Vereinigung ermitteln.
2005 Obwohl nie direkt danach gefragt wurde, war schon in den Vorjahren in vielen Fragebögen und in den Arbeitsgruppen immer wieder der Gedanke an eine Vereinigung der Gemeinden Weyer-Markt und Weyer-Land aufgekommen. Der Wunsch großer Bevölkerungsteile sowie die möglichen Entwicklungs- und Einsparungspotentiale haben die Gemeinden veranlasst, 2005 die Gemeindevereinigung in allen Einzelheiten zu prüfen und mit der Bevölkerung die Sinnhaftigkeit herauszuarbeiten. Da diese sensible Arbeit völlig objektiv geschehen musste und keine Gemeinde übervorteilt werden sollte, hat wieder das Institut Retzl die Moderation übernommen und innerhalb eines klar definierten Rahmens Regie geführt. Am 24. November 2005 wurden in einem feierlichen Rahmen in zwei gleichzeitigen, gemeinsamen Gemeinderatssitzungen die Vereinigungsbeschlüsse gefasst. Dabei wurden auch 22 Projektziele der vereinigten Gemeinde definiert und beschlossen.
2006 Es wurden im Rahmen der LA 21 die gesellschaftlichen und politischen Vorbereitungen auf die ab 1.1.2007 rechtswirksame Vereinigung der Gemeinden getroffen. Ein großes Anliegen war die ausgewogene Gleichbehandlung der drei Ortszentren:Weyer mit 3.500 EinwohnerInnen (EW), Kleinreifling mit 1.000 EW und Unterlaussa mit 300 EW. Dazu wurden wieder unter der Moderation des Instituts Retzl in Kleinreifling und in Unterlaussa Ortsteilbeiräte geschaffen. Diese offenen Beiräte vertreten in unpolitischer Weise die Anliegen der Ortsteile und bereiten Ortsprojekte vor. Die Ortsteilsprecher bekommen in den Gemeinderatssitzungen ein Vorspracherecht. Der Gemeinderat verpflichtet sich, die Anliegen der Ortsteilbeiräte nach Möglichkeit zu unterstützen und umzusetzen. Für diese Ortsteilbeiräte wurden gemeinsam mit Gemeindevertretern, der Bevölkerung und dem Institut Retzl einfache und klare Statuten ausgearbeitet. Aufgrund der umfassenden Vorbereitungen ist Weyer fest davon überzeugt, schon bald wesentliche Teile der Entwicklungs- und Einsparungspotentiale zu nutzen und den Lebensraum Weyer nachhaltig für Mensch und Natur aber auch wirtschaftlich zu verbessern. Gemeindevertreter, Gemeindebedienstete, die Bevölkerung und die Wirtschaft sind hoch motiviert und in Aufbruchstimmung.
1.1.2007 Vereinigung der beiden Weyrer Gemeinden
Jetzt befindet sich die Lokale Agenda im 3. Abschnitt, die Umsetzung der Synergien. Zur Stärkung der kleineren Ortsteile wurden unpolitische Ortsteilbeiräte eingerichtet. Diese haben die Möglichkeit, ihre Anliegen im Gemeinderat vorzutragen. Die Gemeinde und die Bevölkerung sind hoch motiviert und von der angestrebten innovativen und nachhaltigen Entwicklung der Region Weyer überzeugt.
Eine gut moderierte und engagierte Lokale Agenda ist das Beste und zugleich die Grundlage für die nachhaltige Entwicklung jeder Gemeinde. Die Gemeinden werden von der Oö. Umweltakademie bestens beraten. Die Initiative ergreifen muss aber jede Gemeinde selber.
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