Seit mehr als einem Jahr arbeiten engagierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wels im Rahmen der Welser Innenstadtagenda 21 intensiv an der Entwicklung von Zukunftsprojekten für die Innenstadt. In zahlreichen Workshops, Besprechungen und Planungssitzungen wurden aus innovativen Ideen konkrete Vorhaben geschmiedet. „Die Innenstadt ist das Wohnzimmer einer jeden Stadt, die Menschen sollen sich dort gerne aufhalten und sich darin wohl fühlen. Allen Welserinnen und Welsern, die im Rahmen der Innenstadtagenda 21 an der Erneuerung und Modernisierung des Wohnzimmers ihrer Stadt mitarbeiten, möchten wir daher recht herzlich für ihr Engagement danken“, erklären Bürgermeister Dr. Peter Koits und der für die Stadtentwicklung zuständige Stadtrat Peter Lehner.
Der Startschuss für das von Mag.a Agnes Pauzenberger (Regionalmanagerin für Nachhaltigkeit und Umwelt beim Regionalmanagement OÖ.) und dem Welser Innenstadtbeauftragten Dipl.-Ing. Dr. Rupert Doblhammer (Baudirektion des Magistrats) geleitete Projekt fiel im Jahr 2009 mit einer Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Wahrnehmung der Innenstadt. Weiter ging es im Winter 2009/2010 mit rund 50 „Innenstadtbegegnungen“ in Form von Interviews. Im März 2010 folgten zwei Innenstadt-Dialoge zu den Themenschwerpunkten „Kultur, Soziales, Bildung und Lebensqualität“ und „Wirtschaft, Stadtplanung und Energie“ in der Fachhochschule. Diese beiden Veranstaltungen mit jeweils rund 90 bis 100 Teilnehmern waren die Vorstufe zur Zukunftswerkstatt „Zukunft gemeinsam gestalten!“ in den Minoriten.
Die Veranstaltung fungierte Ende April 2010 quasi als offizieller öffentlicher Auftakt der Welser Innenstadtagenda 21. Aus den rund 150 Teilnehmern kristallisierten sich in der Folge mehr als zehn Agenda 21-Gruppen heraus. Diese arbeiten seither mit Unterstützung durch die Projektsteuerung und das Kernteam (bestehend aus fixen und variablen Mitgliedern der Stadtverwaltung, der Politik, der Prozessbegleitung, den Projektgruppen und der Projektleitung) daran, ihre Ideen in umsetzungsreife Agenda 21-Projekte zu verwandeln.
Mitte Oktober des vergangenen Jahres präsentierten die Themensprecher der einzelnen Gruppen ihre Projekte im Rathaus dem Kernteam und Vertretern aus der Politik. Und schließlich fand am Montag, 31. Jänner die öffentliche Veranstaltung „Ein Jahr Welser Innenstadtagenda 21 – Rückblick und Ausschau“ in der Fachhochschule Wels statt. Projektbeteiligte und Interessierte hatten dabei die Möglichkeit, sich über die Vorhaben und deren aktuellen Stand zu informieren und darüber zu diskutieren.
Derzeit sind 13 Themengruppen aktiv, 2011 ist das Jahr der ersten Umsetzungen. Bis Dezember 2010 wurden die einzelnen Projekte detailliert und so weit wie möglich umsetzungsreif gemacht. Es haben sich derzeit zu fünf wesentlichen Bereichen Projekte entwickelt, die in ihrer Planung unterschiedlich weit fortgeschritten sind.
Bereich 1: Wege. Diese sollen Wels in ihrer Vielfalt und Identität sichtbar machen und in einem übergeordneten Thematisierungsweg vom Bahnhof bis zum künftigen WeliosÒ – OÖ Science Center Wels Schnittstellen finden. Geplant sind dabei...
...ein Energieweg (unterschiedliche, zukunftsweisende Energiethemen, die in Wels präsent sind, werden mittels Stationen sichtbar gemacht),...
...ein Römerweg (zentrale Station und Verbesserung der Kennzeichnung bestehender Römerwegstationen) sowie...
...ein Erinnerungsweg (Entwicklung eines kompakten Weges zur Reflektion des Geschehens im Zweiten Weltkrieg).
Bereich 2: Freiraumprojekte. Diese sollen durch innovative Nutzungen bzw. Gestaltungen die Innenstadt attraktiver machen. Bereits im kommenden Frühjahr werden beispielsweise an der Traun („Traunbad“) und am Mühlbach („Baden am Zwinger“) neue Bade- und Liegemöglichkeiten und damit neue Plätze zur Belebung, Erholung und Begegnung geschaffen. Weiters sollen der Gaswerkpark und als zentraler Knotenpunkt der Schwimmschulpark/Pollheimer-Lederer-Knoten eine Umgestaltung für verschiedene Zielgruppen und Nutzungen erfahren.
Bereich 3: Veranstaltungen. Diese sollen neue und bereichernde Akzente für die Welser Innenstadt setzen. Schon im kommenden Mai findet etwa eine Kulturkonferenz statt: Welser Kunst- und Kulturschaffende und Interessierte können sich dabei mit der Kulturarbeit in Wels auseinander setzen, neue Netzwerke knüpfen und erste Schritte in Richtung gemeinsamer Aktivitäten und Aktionen setzen. Weiters wird die Idee eines Welser Stadtfestes in Form eines „Stadt-Land-Fluss-Festes“ wieder aufgegriffen und mit neuer Planungsweise und nachhaltigen Qualitätskriterien im Jahr 2012 umgesetzt. Mit einem Höhepunkt im Mai und Juni findet schließlich das Jugendprojekt „Wem gehört die Stadt?“ in Kooperation mit dem internationalen Jugend-Medien-Festival YOUKI statt. Ziele sind die Belebung der Innenstadt, die Vermittlung von Medienkompetenzen sowie die Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen für die Aneignung und Nutzung des öffentlichen Raums.
Bereich 4: Mobilität. Die Projektgruppe „Mehr Rad“ setzt sich mit dem Thema Radfahren in der Welser Innenstadt auseinander. Sie versucht dieses bewusster und attraktiver zu machen, indem derzeitige Schwachpunkte aufgezeigt und verbessert werden.
Bereich 5: Nachhaltigkeit. Unter Einbindung der Wirtschaftstreibenden und weiterer Interessierter will die Gruppe „Innenstadt – Zone der Nachhaltigkeit“ eben dieses Thema in Wels erfahrbar und erlebbar machen und neue Sichtweisen und innovative Beispiele für eine nachhaltige Stadtentwicklung aufzeigen. Erreicht werden soll dies durch Bewusstseinsbildung mittels Veranstaltungen sowie einen Austausch mit Beispielstädten.
„Am Beispiel der Innenstadtagenda 21 zeigt sich deutlich, wie viel Kreativität in der Welser Bevölkerung steckt“, sind sich Bürgermeister Dr. Koits und Stadtrat Lehner einig. Beide zeigen sich zuversichtlich, dass die von den einzelnen Projektgruppen entwickelten Ideen und Vorhaben in ihrer Summe einen maßgeblichen Entwicklungsschub für die Welser Innenstadt bedeuten. „Das Wohnzimmer unserer Stadt wird noch wohnlicher“, betonen die beiden mit Vorfreude auf die ersten umzusetzenden Projekte.
Fotocredits: Stadt Wels
Letzte Änderung dieser Seite: 17.05.2013
© Amt der oberösterreichischen Landesregierung
Impressum