Anders mit den BürgerInnen umgehen: statt Drüberfahren die BürgerInnen einbeziehen und mitgestalten lassen. Die Agenda 21 verwirklicht dies – sie ist in Oberösterreich auf Erfolgskurs. Bereits 108 Gemeinden haben sich dem Netzwerk für Menschen, Ideen und Lebensräume angeschlossen damit fließen Nachhaltigkeit und Beteiligung als fixe Bestandteile in alltägliche Entscheidungen und längerfristige Planungen ein. Mit der Innenstadtagenda in Wels wurde dieser Prozess nun erstmals erfolgreich in einer Stadt gestartet.
Die Stadtentwicklung von morgen baut auf Nachhaltigkeit und Beteiligung
Landesrat Anschober: „Agenda 21 ist einer der Schwerpunkte des Umweltressorts, um die ökologischen Lebensqualitäten, das soziale Miteinander und die Überschaubarkeit der Strukturen laufend zu verbessern. Die Agenda 21 hat ihren Schwerpunkt in den ländlichen Regionen. Der überwiegende Teil der 108 Agenda 21-Gemeinden hat weniger als 3.000 EinwohnerInnen und ist ländlich geprägt. Mit der Welser Innenstadtagenda 21, die 2010 offiziell gestartet wurde, ist der Schritt in die städtischen Lebensräume gelungen.“
Städte haben eine andere Entwicklungsdynamik als ländliche Räume. Der Nutzungsdruck ist höher und die sozialen Bindungen und die Identifikation der BürgerInnen sind geringer. Die Stadtentwicklung von morgen baut daher umso mehr auf die Prinzipien der Agenda 21: Nachhaltigkeit, Naturnähe, Langfristigkeit, Beteiligung und bürgerschaftliches Engagement.
Hohe Prozessqualität führt zu sehr guten Ergebnissen
Mit dem neuen Oö. Qualitätsprogramm Agenda 21 Plus 2010-15 beschreibt die Agenda 21 den Weg moderner Zukunfts- und Veränderungsprozesse. Am Beispiel der Welser Innenstadtagenda 21: hier steht ein/e Prozessbegleiter/in zur Verfügung, der/die in den Methoden der aktiven Beteiligung und Zukunftsplanung über entsprechende Referenzen verfügt. Der Prozess ist so gesteuert, dass zuerst die grundlegende Orientierung anhand eines Zukunftsprofils erfolgt und in einer zweiten Phase in Richtung Umsetzung konkretisiert wird.
Damit ist ausreichend Raum für die Entstehung des Neuen, aber auch für die Entwicklung konkreter Projekte. Die 11 Welser Agenda 21-Projektgruppen sind ein Zeichen für die Aufbruchsstimmung.
Agenda 21 ein Leitinstrument im Europäischen Jahr der Freiwilligenarbeit
Agenda 21 ist ein Leitinstrument zur Stärkung von Beteiligung und bürgerschaftlichem Engagement. Durch aktivierende Methoden, wie Stakeholder-Interviews, Innenstadtdialoge und Zukunftswerkstätten werden immer wieder neue BürgerInnen in die aktive Mitarbeit eingebunden. In Wels haben sich bisher mehr als 200 BürgerInnen aktiv eingebracht. Es entsteht Identifikation, sozialer Zusammenhalt und eine ganz neue Qualität der erarbeiteten Lösungen. Auch die Akzeptanz gegenüber Politik und Verwaltung wird dadurch verbessert.
Landesrat Anschober: „In Oberösterreich haben in den letzten 5 Jahren in Agenda 21-Prozessen mehr als 5.000 Menschen ehrenamtlich und über einen längeren Zeitraum in konkreten Projekten mitgewirkt. Rechnet man mit 10 Euro je Stunde, ergibt sich dadurch ein Wert von 5 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind dabei die Umwegrentabilitäten und die qualitativen Effekte.“
Perspektive Agenda 21 in Oberösterreich
Es wird klar, dass es vor allem in Zeiten knapper Kassen und intensiver Veränderung die Prinzipien der Agenda 21 - Nachhaltigkeit, Naturnähe, Langfristigkeit, Beteiligung und bürgerschaftliches Engagement - grundlegende Elemente einer zukunftsorientierten Gemeindepolitik sein müssen. Bis 2015 soll es daher in jeder dritten Gemeinde Oberösterreichs einen Agenda 21-Prozess geben. Neben der Unterstützung neuer Gemeinden werden die Prozesse in den bestehenden Agenda 21 verstetigt und deren Qualität ausgebaut. Es sollen vor allem auch Städte und stadtnahe Gemeinden verstärkt eingebunden werden. Der Themenbereich Sozialkapital und bürgerschaftliches Engagement bildet den Schwerpunkt in den nächsten Jahren.
Im Umweltressort steht daher ein eigenes Finanzierungsmodell mit ausreichendem Budget zur Verfügung. Die Landesleitstelle Agenda 21 wurde in die neu gegründete Oö. Zukunftsakademie integriert und verbindet daher die Zukunftskonzepte des Landes mit den Agenda 21-Zukunftsprozessen auf lokaler und regionaler Ebene. Zur Unterstützung des breiten Agenda 21-Netzwerkes stehen in den Geschäftstellen der Regionalmanagement Oö. Ges.m.b.H. eigene RegionalmanagerInnen für Nachhaltigkeit und Umwelt zur Verfügung.
Landesrat Anschober: „Wir haben damit in Oberösterreich ein Modell, wo mit wenig Geld sehr viel bewirkt werden kann und stehen damit im österreichweiten Vergleich gemeinsam mit der Steiermark an der Spitze.“
Fotocredits: Land OÖ
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Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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