EBENSEE. Handeln statt jammern – dachten sich die Ebenseerinnen und Ebenseer als die Gemeinde durch die Schließung der Sodaproduktion mit dem Abbau von 150 Arbeitsplätzen konfrontiert war. Der Lokale Aktionsplan für Beschäftigung und Bildung (LABB) entstand. Franz Kornberger, Gemeindevorstand sowie Finanz- und Wirtschaftsreferent, stellte das Pilotprojekt im Rahmen der Agenda 21 beim Treffen der „Allianz in den Alpen“ in Ebensee vor.
„Den alpinen Lebensraum zukunftsfähig gestalten“ war das Thema der Jahreskonferenz der Österreich-Sektion der „Allianz in den Alpen“. Ein Paradebeispiel dafür ist der Lokale Aktionsplan für Beschäftigung und Bildung der Gemeinde Ebensee. „LABB ist ein neues Instrument der kommunalen Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik, mit dessen Hilfe die Vernetzung von Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Sozialpartnern in der Gemeine intensiviert werden soll“, erklärt Kornberger. Die am LABB beteiligten Akteurinnen und Akteure sind Mitglieder von Wirtschaft, Politik, lokalen Bildungseinrichtungen und NGOs.
Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. Alle Projekte sind mit der Bevölkerung abgestimmt und werden permanent von den Themenverantwortlichen koordiniert. Ein so genannter „LABB-Regelkreis“ sorgt dafür, dass der gesamte Prozess auf Dauer angelegt ist und eine nachhaltige Dynamik geschaffen wird. Der LABB ist in vier Themenbereiche unterteilt. Im Bereich Gemeinschaftsmarketing wird beispielsweise das winterliche Brauchtum im Salzkammergut mit einem neuen Weihnachtsmarkt belebt. Eine Maßnahme des Bereichs Ausbildung, Weiterbildung, Qualifizierung ist die Ebenseer Lehrlingsoffensive, bei der Schülerinnen und Schüler Betriebe besuchen. Die Neupositionierung von Ebensee innerhalb der Ferienregion Traunsee mit einem Sportschwerpunkt ist eine Maßnahme des Bereiches Tourismus, Ortsbild und Infrastruktur. Und der vierte Themenbereich – Unternehmensgründung und lokale Unternehmensnetzwerke – bringt beispielsweise gerade eine Ebenseer Gründerfibel heraus. Die Wirtschaftsförderung wurde bereits neu gestaltet. „Erste Projekte sind bereits umgesetzt“, sagt Kornberger. Die Ebenseerinnen und Ebenseer werden sich dennoch nicht ausruhen. Die Betreuung durch das Institut Retzl läuft noch bis März 2009. „Bis dahin sollen die Projekte so weit auf Schiene sein, dass sie weiterlaufen“, sagt der Gemeindevorstand.
Ziel des Lokalen Aktionsplans für Beschäftigung und Bildung ist die Verbesserung der wirtschaftlichen Struktur der Gemeinde – auch durch Qualifizierung. Und erste Erfolge zeigen sich bereits: 2008 gibt es in Ebensee wieder mehr Arbeitsplätze als vor der Schließung der Sodaproduktion.
Infobox: Was ist Agenda 21? Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Wertepolitik statt Sachpolitik lautet die Devise. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was zu tun ist“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert. In Oberösterreich haben bereits mehr als 90 Gemeinden Agenda 21-Prozesse gestartet.
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Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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