GAMPERN. Mit einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss ist in Gampern der Startschuss für den Agenda 21-Prozess gefallen. „Wir wollen unsere Gemeinde maximal für die Bürger/innen öffnen und Entwicklungsfragen nachhaltig und ökologisch angehen“, sagt Bürgermeister Hermann Stockinger. Gampern ist nach Vöcklamarkt, Neukirchen an der Vöckla und Attersee am Attersee die vierte Gemeinde im Bezirk Vöcklabruck, die sich für einen Agenda 21-Prozess entschieden hat.
In der 2.600 Einwohner/innen zählenden Gemeinde soll es dabei ausgehend von kleinen Projekten und Ideen bis hin zu einem Zukunftsprofil gehen. „Wir wollen die Bevölkerung in wichtigen Entwicklungsfragen so gut wie möglich einbinden“, sagt Bürgermeister Stockinger. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass die Agenda 21 für uns das optimale Instrument zu diesem Zweck ist.“
Schon im Frühjahr 2010 wird offiziell mit einer Auftaktveranstaltung gestartet. Alle engagierten Gemeindebürger/innen sind aufgerufen, ihre Ideen und Vorschläge einzubringen und aktiv in diversen Arbeitsgruppen mitzuwirken. Unterstützt und begleitet werden die Gampener/innen von DI Peter Jungmeier von SPES. „Da sind wir in besten Händen“, sagt der Bürgermeister, der mit der Schlierbacher Zukunftsakademie bereits beste Erfahrung gemacht hat.
Im Bezirk Vöcklabruck sind bisher drei Gemeinden im Agenda 21-Netzwerk vertreten. Trotz der relativ geringen Anzahl: Die Bandbreite an erarbeiteten Ideen ist überaus beachtlich. So bemühte sich Attersee am Attersee vorwiegend um touristische Projekte, in Vöcklamarkt gingen aus dem Agenda 21-Prozess unter anderem ein großes Biomasseprojekt und ein vorbildhafter Besuchsdienst für alleinstehende Menschen hervor. Neukirchen an der Vöckla ist auch nach fünf Jahren noch immer sehr aktiv und soll zur „bespielbaren Gemeinde“ werden und erst heuer wurde eine ausführliche Ortsinfo-Mappe erstellt, deren Ziel es ist, die vielfältigen Angebote der Gemeinde aufzuzeigen und die Zugezogenen besser in die Gemeinschaft zu integrieren.
Für die weitere Entwicklung der Agenda 21 im Bezirk Vöcklabruck hat sich Mag. Johannes Meinhart, im Regionalmanagement für den Fachbereich Nachhaltigkeit und Umwelt zuständig, ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. „Es wäre schön, wenn weitere Gemeinden dem Beispiel Gampern folgen und sich die Anzahl der Agenda 21-Gemeinden verdoppeln würde.“ Es gäbe bereits einige aussichtsreiche Interessenten. Meinhart führt derzeit Gespräche mit den Gemeindevertreter/innen, um sie über die einzigartigen Möglichkeiten der Agenda 21 zu informieren.
Bilder:
Fotocredit: Gemeinde Gampern (honorarfrei)
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
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Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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