WEYER. Steyr-Kirchdorf zählt zweifellos zu den aktivsten Agenda 21-Regionen in Oberösterreich. Es ist weniger die Masse an Agenda 21-Gemeinden, die besticht, als vielmehr die Qualität der Prozesse und Projekte. Weyer tut sich beispielsweise bereits seit elf Jahren mit kreativen und originellen Ideen hervor. Derzeit entsteht dort gerade ein Themenweg der besonderen Art. Eine Kommunikationsachse soll die Gemeinde mit den beiden Ortsteilen Kleinreifling und Unterlaussa verbinden und so zur Stärkung der Identifikation beitragen.
In Weyer ist die Agenda 21 bereits seit 1998 ein Thema. Im Verlauf des Prozesses kam der große Wunsch nach Wiedervereinigung der beiden Gemeinden Weyer-Markt und Weyer-Land auf, die mit 1. Jänner 2007 wirksam wurde. Den Verantwortlichen von Weyer ist eine Gleichbehandlung der drei Ortszentren Weyer (3.500 Einwohner/innen), Kleinreifling (900) und Unterlaussa (300) wichtig. Aus diesem Grund wurden in Kleinreifling und Unterlaussa so genannte Ortsteilbeiräte installiert. Zu den mittlerweile umgesetzten Projekten in Weyer zählen unter anderem das Biomasse-Fernheizwerk, die Errichtung der Volksschule als Niedrigenergiegebäude, die Gestaltung einer Badebucht am Gaflenzbach und die ökologische Sanierung der Schmidberger Wehr und der Katzsteiner Wehr. Aktuell beschäftigt sich Weyer mit einem Themenweg und einer Kommunikationsachse. Von Weyer kommend soll in einem ersten Schritt eine Achse nach Kleinreifling und später nach Unterlaussa entwickelt werden, um die Ortschaften miteinander zu verbinden. Innovative Projekte entlang dieser Achse sollen die lokale Wertschöpfung erhöhen und den Zusammenhalt zwischen den Ortteilen aber auch innerhalb der Orte stärken.
Regionalentwicklung nicht „von oben“
„Regionalentwicklung kann nicht ‚von oben’ erfolgen, sondern findet vor allem auf Ebene der Gemeinden statt“, sagt Landtagsabgeordneter Franz Schillhuber, der seit 1. Jänner 2009 Obmann des Regionalforums Steyr-Kirchdorf ist. Die Gemeinden seien Vermittler zwischen den Zukunftsthemen der Region und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort. „Für die Region Steyr-Kirchdorf ist die Agenda 21 ein ungemein wichtiges Instrument der Regionalentwicklung. Sie aktiviert die Menschen in den Gemeinden, unterstützt sie bei ihren Bemühungen um eine gute Zukunft und trägt zur Identifikation bei.“ Oberösterreichweit haben sich seit 1998 bereits mehr als 100 Gemeinden dem Netzwerk für Menschen, Ideen und Lebensräume angeschlossen. „Alleine in den vergangenen fünf Jahren haben 6.000 Bürger/innen aktiv in mehr als 500 Projekten mitgewirkt. Ein Ergebnis, auf das wir zu Recht stolz sein dürfen“, sagt DI Günther Humer, Leiter der bei der Oö. Akademie für Umwelt und Natur angesiedelten Agenda 21-Leitstelle. Das von Landesrat Rudi Anschober im Jahr 2004 initiierte 100-Gemeinden-Programm konnte bereits ein Dreivierteljahr vor Fristablauf (Ende 2009) erfüllt werden.
Bildtext: Weyerer Themenweg.
Credit: Gemeinde Weyer (honorarfrei)
Was ist Agenda 21?
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits mehr als 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
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Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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