AUBERG. Zusammenarbeit, Solidarität, Gemeinschaftssinn – all diese Werten stehen für den Begriff des Sozialkapitals. Eine Studie belegt nun, dass die Aubergerinnen und Auberger – anders als in anderen Gemeinden – noch immer durch diesen „Kitt der Gesellschaft“ zusammengehalten werden. Sie fühlen sich wohl in ihrer Gemeinde. Und entgegen dem Trend bringen sie sich gerne in die Gemeinschaft der GemeindebewohnerInnen ein.
Überall dort, wo Menschen zueinander in Beziehung treten, entsteht Sozialkapital – ein Netz der Bindungen. Im Rahmen des internationalen Forschungsprogramms „Measurging Social Capital“ der OECD wurde dieser Wert für die Agenda 21-Gemeinde Auberg ermittelt. Die Oö. Akademie für Umwelt und Natur unterstützte die Untersuchung. Um Veränderungen feststellen zu können, wurden 2004 und 2008 Fragebogenaktionen durchgeführt. Deren Rücklauf war beide Male sensationell. „Das zeigt, dass den Aubergerinnen und Aubergern dieses Thema wichtig ist“, sagt Bürgermeister Michael Lehner.
Wo fühlen Sie sich wohl? Sind Sie in Vereinen der Gemeinde eingebunden? Wo sind Sie verwurzelt? In oder außerhalb der Gemeinde? – das waren einige der gestellten Fragen. „Entgegen den Erwartungen war die Entwicklung sehr positiv“, sagt Lehner. „Die Bürgerinnen und Bürger sind optimistisch und das Engagement für Familie und Geselligkeit hat zugenommen.“ Das Sozialkapital zeigt sich in Auberg auch im Vereinsleben, der politischen Aktivität und der religiösen Einbindung. Das Engagement dafür und die Verbundenheit mit der Heimatgemeinde hat sich gehalten – und das trotz höherer Mobilität und einem Arbeitsplatz der zum überwiegenden Teil nicht in der Gemeinde ist. Für den Bürgermeister besonders wichtig: Die Bedeutung der Gemeinde für die BürgerInnen hat zugenommen.
Veränderungen wurden im Bereich der Bildung deutlich. „Die Bildungsexpansion geht weiter“, sagt Bürgermeister Lehner. Mehr Menschen haben Matura und sind bis zum 18. Lebensjahr in Ausbildung. Die meisten von ihnen arbeiten schließlich in einem Angestelltenverhältnis. „Das geht auf Kosten nichtlandwirtschaftlicher Selbständigkeit, also auf Kosten der Kleinunternehmer“, zitiert Lehner die Studie.
Bei den Landwirten ist der Anteil der Biobauern gestiegen. Das Ziel einer reinen Biobauern-Gemeinde wurde allerdings noch nicht erreicht. Fest steht: In Auberg ist der „Kitt der Gesellschaft“ noch nicht brüchig geworden. Mit den Bemühungen um einen Ortskern, Wohnungen und Aktivitäten versucht auch die Gemeinde, ihren Beitrag zum weiteren Ausbau des Sozialkapitals zu leisten.
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Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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