Weilbach. Mit 80 TeilnehmerInnen startete am Donnerstag den 12. März 09 die Erstellung eines Zukunftsprofils für die Gemeinde Weilbach. Mit Wegweisern wurde im Ortszentrum bereits im Vorfeld Themen aufgezeigt, die für die Entwicklung der Gemeinde eine besondere Bedeutung haben. Die Bürgerbeteiligung bei der Erstellung des Zukunftsprofils und bei der späteren Planung und Umsetzung von Projekten soll für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung sorgen.
Die Kindergartenkinder gestalteten die bunte Einladung für ein ebenso buntes Programm der Auftaktveranstaltung zur Agenda 21 in Weilbach, auf der folgende Fragen zu lesen waren:
Mit Hilfe des Programms Agenda 21, das vom Land Oberösterreich als Steuerungsinstrument für eine nachhaltige Entwicklung in Gemeinden empfohlen und gefördert wird, will der Weilbacher Gemeinderat die BürgerInnen in zukünftige Planungen miteinbeziehen.
Dass die Kindergartenkinder die Einladung gestalteten und die Veranstaltung in der Volksschule stattfand, ist vielleicht auch ein Zeichen und die einfachste und beste Erklärung was mit Nachhaltigkeit gemeint ist: Entscheidungen von heute sollen den nachfolgenden Generationen eine bestmögliche Lebensqualität bieten können.
Nahversorgung als Auslöser
Weilbach hat seit einigen Jahren kein Kaufgeschäft mehr. Mit dem Neubau eines Mehrzweckgebäudes mit Musikprobenraum, Kulturraum und einer Biomasseheizanlage zur Versorgung des Ortszentrums werden auch attraktive Räume für einen Nahversorger geschaffen. Die Ansiedlung eines Nahversorgers ist in einer kleinen Gemeinde nicht einfach und nur möglich, wenn die Bevölkerung hinter den Betreibern und deren Konzept steht. Die Einbindung der BürgerInnen in die Projektierung soll dieses Vorhaben möglich machen. Als Agenda 21-Gemeinde wird die Gemeinde von einem Experten in der Erstellung eines Zukunftsprofils begleitet.
Zukunftsprofil soll Orientierung geben
DI Peter Jungmeier von der SPES Akademie Schlierbach begleitet die Gemeinde Weilbach auf ihrem Weg. Er stellte die Rahmenbedingungen und den Ablauf zur Erstellung eines Zukunftsprofils vor. „Sowie ein Auto ein gutes Profil braucht, um sicher ans Ziel zu kommen, ist es auch hilfreich in der Gemeinde an einem Profil zu arbeiten. Mit Bürgerbeteiligung soll in den nächsten Wochen dieses Zukunftsprofil entstehen und der Gemeinde als Orientierungshilfe dienen.“
Arbeitsgruppen und Zukunftskonferenz
In einer Arbeitsgruppe wurden in Vorbereitung auf die Auftaktveranstaltung bereits einige Themen diskutiert und Schwerpunkte gesetzt: Nahversorgung und Gastronomie, Beziehung mit Qualität (von jung bis alt), Freizeit und kulturelles Leben, Schritt für Schritt zur Energieautarkie, Wohnen mit Qualität, Gemeindeübergreifende Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit.
In den nächsten Wochen werden in einer Zukunftskonferenz Ideen gesammelt und in themenbezogenen Arbeitsgruppen Ziele und Handlungsfelder erarbeitet. Daraus sollen im Herbst in Projektwerkstätten Projekte entstehen.
Beispielhafte Projekte aus der Region
Gerhard Wipplinger vom Regionalmanagement OÖ unterstützt die Agenda21 – Gemeinden in der Region der Inn-Salzach Euregio. „Was die Agenda 21 bewirken kann, zeigen die Gemeinden Kirchheim mit dem Nahversorgungsprojekt „Land lebt auf“, Engelhartszell mit der der Erlebniswelt Minidonau, Munderfing als Energie-Pionier, die Friedensgemeinde Moosdorf mit Moosdorf-TV und dem Friedensdialog und die Naturschule St.Veit. Ein Auszug bekannter Gemeinden, die mit Hilfe von Agenda 21 beispielhafte Projekte umsetzten und mit Innovation und Engagement erfolgreich sind.
Weilbach beWEGen
Bgm. Hermann Vorauer zeigte sich begeistert vom guten Besuch der Auftaktveranstaltung und ist überzeugt, dass neben der Beteiligung an der LEADER–Region nun auch als Agenda 21-Gemeinde die Wegweiser in eine interessante und erfolgreiche Zukunft weisen. „Wenn wir an einem Strang ziehen, können wir unsere Kräfte bestmöglich einsetzen und „Neues für Weilbach beWEGen“.
Rahmenprogramm für alle Sinne
Eine Fotoausstellung von Karl Haslberger und Franz Stieglbauer zeigte Ansichten, Arbeit und Menschen von Früher und Heute und regte zu interessanten Diskussionen an. Zu einer Veranstaltung in Weilbach gehört natürlich auch eine musikalische Umrahmung für die die Weilbacher Tanzlmusi sorgte. Genussvoll endete die Auftaktveranstaltung mit einem Buffet der Weilbacher Bäuerinnen.
Was ist Agenda 21? Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits mehr als 90 Oö. Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert. |
Einzelbild:
Bgm. Hermann Vorauer nutzt den Agenda-21-Prozess für eine funktionierende Nahversorgung in seiner Gemeinde.
Gruppenbild:
Aktive TeilnehmerInnen blättern interessiert in der Fotochronik.
Für weitere Fragen steht Ihnen Herr Gerhard Wipplinger unter der DW 8146 gerne zur Verfügung!
Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
© Amt der oberösterreichischen Landesregierung
Impressum