MÜHLVIERTLER ALM. Gut ausgebaute Straßen, attraktive Freizeitanlagen oder eine funktionierende ärztliche Versorgung sind zweifellos von eminenter Bedeutung. Aber die Zukunftsfähigkeit einer Region hängt auch von anderen Faktoren ab: Dorfgemeinschaft, Vereinsverbundenheit, Zusammenhalt und die Einbindung aller Generationen, vor allem der Jugendlichen bei der Mitgestaltung. „Das ist mindestens so wichtig wie eine gute Infrastruktur“, sagt Klaus Preining, Geschäftsführer der Agenda 21-Region Mühlviertler Alm.
Seit April werden in allen zehn Gemeinden der Mühlviertler Alm „Gemeindeimpulsabende“ abgehalten. Die Themen, die dort besprochen werden, beschäftigen sich insbesondere mit der Zukunftsfähigkeit der Region. Klimaschutz, nachhaltige Energieversorgung, Demografie, Regionalwirtschaft und Sozialkapital sollen die Menschen in einen Zukunftsdialog bringen. „Im Herbst werden wir dazu dann die ersten Arbeitskreise starten“, kündigt Preining an. Gespannt wird dieser neuerliche Beteiligungsbogen im Rahmen der Agenda 21.
Eines der spannendsten Themen wird zweifellos die demografische Entwicklung sein. Immer mehr ältere Menschen stehen immer weniger Jungen gegenüber. Besonders am Land geht die Schere weit auseinander. „In diesem Zusammenhang ist es für die Gemeinden der Mühlviertler Alm unabdingbar, die Jugendlichen an ihre Heimat zu binden“, so Preining. Denn schließlich seien sie dafür verantwortlich, ob Häuser gebaut werden, Schulbänke voll sind und Firmen aus der Region erfolgreich wirtschaften können.
Übrigens: Im Rahmen eines Schulprojektes der Höheren Landwirtschaftlichen Lehranstalt in St. Florian wird unter dem Projekttitel „LoL“ (Land ohne Leute) die Mühlviertler Alm gerade eingehend analysiert. „Die Ergebnisse der Schüler/innen werden eine wichtige Basis für die Zukunftsdialoge im Herbst sein“, sagt Preining.
Bildtext: Schon bei den Gemeindeimpulsabenden – unsere Bilder zeigen die Veranstaltung in Weitersfelden – wurde heftig über die Zukunft diskutiert. Im Herbst wird der Bogen der Beteiligung im Rahmen der Agenda 21 neuerlich gespannt.
Fotocredit: Mühlviertler Alm/honorarfrei
Das ist die Mühlviertler Alm
Am 6. Juli 1993 wurde die Mühlviertler Alm gegründet. Sie war die erste Region in Oberösterreich, die den ganzheitlichen, vernetzten und nachhaltigen Entwicklungsweg gegangen ist. Im Jänner 2001 hat die innovative Gemeinschaft einen Agenda 21-Prozess gestartet. Die Mühlviertler Alm besteht aus neun Gemeinden aus dem Bezirk Freistadt (Bad Zell, Kaltenberg, Königswiesen, Liebenau, Pierbach, Schönau im Mühlkreis, St. Leonhard bei Freistadt, Unterweißenbach und Weitersfelden) sowie einer Gemeinde aus dem Bezirk Perg (St. Georgen am Walde).
Das ist Agenda 21
Das Land Oberösterreich unterstützt mit dem Schwerpunkt Agenda 21 die Umsetzung von Zukunftsprozessen in Gemeinden und Regionen. Ziel ist die Sicherung und Verbesserung lokaler Lebensqualitäten für gegenwärtige und künftige Generationen. Bereits 100 oberösterreichische Gemeinden haben Agenda 21-Prozesse gestartet. Agenda 21 setzt auf Bürger/innenbeteiligung, Praxisnähe, Langfristigkeit, Überschaubarkeit, Ganzheitlichkeit und Partnerschaftlichkeit. Die Agenda 21 wurde im Jahr 1992 bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro als weltweites Programm für einen Kurswechsel in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung formuliert. Agenda kommt aus dem Lateinischen und meint „Was ist zu tun?“, 21 steht für ein lebenswertes 21. Jahrhundert.
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Letzte Änderung dieser Seite: 18.05.2012
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