Eine Menschengruppe geht in Richtung Gasthaus Eidenbergers
Beitrag
Eidenberg
23.07.2013

Dorfwirt Lehner 21 – ein „Agenda 21 Wirtshaus“ in Eidenberg

Das "alte" Wirtshaus mitten in Eidenberg war von der Schließung bedroht. Josef Madlmeir nahm den Agenda 21 Prozess zum Anlass, um mit der Agenda 21 Projektgruppe eine zukunftsfähige und nachhaltige Lösung für die Neuausrichtung des Dorfwirtes zu erarbeiten.

In einer 1 1/2 jährigen Planungs- und 4 monatigen Umsetzungszeit wurde das Konzept "Lehner 21" gemeinsam mit der Bevölkerung und unter intensiver Einbindung der Vereine und Organisationen aus Eidenberg realisiert und im Juni 2013 feierlich eröffnet. In nur wenigen Tagen wurden € 100.000,-- als stille Beteiligung von der Bevölkerung aufgebracht.

Es ist ein Projekt aus dem Agenda 21 Prozess in Eidenberg: Die Neuausrichtung des Dorfwirtes. Das „alte“ Wirtshaus mitten in Eidenberg war von der Schließung bedroht, die mögliche Nachfolgerin Heike Lehner brauchte Unterstützung in der Umsetzung des Wirtshauses neu. Der mit dem Projekt S’Gschäft in Eidenberg in der Projektarbeit sehr erfolgreiche Unternehmer Josef Madlmeir nahm den Agenda Prozess zum Anlass um eine zukunftsfähige und nachhaltige Lösung zu erarbeiten.

Eine Projektgruppe der Lokalen Agenda 21, unter der Leitung von Josef Madlmeir hat gemeinsam mit der Bevölkerung herausgearbeitet, welcher Bedarf der Gastronomischen Nahversorgung in Eidenberg tatsächlich gegeben ist. Daraus resultierend haben sie nach realistischen Umsetzungsmöglichkeiten gesucht. Weiters ist es sehr wichtig, dass Nahversorgungsprojekte, das Wirtshaus zählt zum Nahversorger, unbedingt mit Einbindung der Bevölkerung entstehen um von Beginn an einen starken Bezug zur Bevölkerung zu haben. So wurde das Konzept zu „Lehner 21“ in einer Eineinhalbjährigen Planungszeit gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeitet und in 4 Monaten Umbauzeit umgesetzt.

Die Mithilfe der Vereine und Organisationen aus Eidenberg, beim Umbau, war eine starke Unterstützung für die Projektgruppe. Diese sind auch jetzt in der Betriebsphase stark eingebunden. Mit einer stillen Beteiligung konnte die Bevölkerung ihre Unterstützung des Wirtshauses leisten. € 100.000,- in nur wenigen Tagen zeigt von der Begeisterung der Bevölkerung für das Wirtshaus.

Bereits in der Planung für den Umbau und den weiteren Betrieb war der Gruppe wichtig, die lokalen und regionalen Wirtschaftskreisläufe zu nutzen. Daher wurden in der Bauphase in erster Linie Unternehmen aus der Gemeinde bzw. aus der Region mit den Arbeiten beauftragt. Dieses Denken in nachhaltigen Kreisläufen setzt sich nun beim Betrieb fort. Nachdem der Verein DLS Eidenberg am Gasthaus beteiligt ist, entstand damit auch eine enge Kooperation S’Gschäft und Lehner 21. Mit dem regionalen denken wurden auch die Getränkelieferanten umgestellt. Das wirkt sich auch auf S’Gschäft und auf die Vereine aus. Überall sind nun regionale Säfte und regionales Bier erhältlich. Die Versorgung mit Brot, Nudeln, Eier und Fleisch erfolgt aus der unmittelbaren Region, Gemüse kommt täglich frisch aus Hinzenbach. Bei der technischen Ausstattung wurde auf Energieeffizienz geachtet.  Die Beleuchtung des Gasthauses ist in einem attraktiven LED Beleuchtungskonzept umgesetzt. Die Wärmeversorgung kommt von der Nahwärme Eidenberg. Eine Partnerschaft mit den lokalen Landwirten ist in Planung.

Weitere Artikel

Eine Gruppe von 15 Personen mit Sektgläsern auf einer Wiese.
23.04.2021

23 Gemeinden und Projekte für Agenda 21-Zukunftsarbeit ausgezeichnet

17 Gemeinden und 6 Modellprojekte sollten am 23. April 2021 von Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landesrat Stefan Kaineder für ihr vorbildliches Zukunfts- und Beteiligungsengagement im Agenda 21-Zukunftsprogramm ausgezeichnet werden. Coronabedingt musste die Festveranstaltung ausfallen und Zertifikate und Präsente werden nun aus der Ferne übermittelt. Die Latte für die Auszeichnung liegt hoch, gilt es doch, umfassend zu beteiligen, innovative Ideen zu entwickeln und konkrete Umsetzungen auf den Weg zu bringen. Die PreisträgerInnen kommen aus allen Teilen unseres Landes und decken eine große Bandbreite an Zukunftsthemen ab.
Szene aus einem Co-Working Raum, im Vordergrund eine Frau mit Kind
15.03.2021

Urbane Qualitäten - 200 Ideen für das Landleben der Zukunft

Immer mehr Menschen wünschen sich gleichermaßen urbane und ländliche Qualitäten an ihrem Wohnort. Der neue Trend- und Innovationsreport der Oö. Zukunftsakademie nimmt Bezug auf geänderte Bedürfnisse unserer Zeit und auf damit verbundene Gestaltungschancen. Es gilt diese zu nutzen, um auch Gemeinden im ländlichen Raum Einzigartigkeit und Attraktivität durch Integration urbaner Elemente zu verleihen, ohne deren Identität zu gefährden. 200 konkrete Beispiele verdeutlichen, wie das gelingen kann.
Zwei Frauen vor dem dem Geschäftslokal der FoodCoop s´Kerbal.
19.01.2021

FoodCoop „s´Kerbal“ steht in den Startlöchern

Was haben Shrimps und Schnaps, Fisch und Fleisch, Bier und Wein, Milch und Honig, Brot und Salz, Butter und Schmalz gemeinsam? Sie werden in Kremsmünster produziert und können ab März über die FoodCoop „s´Kerbal“ online bestellt werden. Beim Online-Infoabend informierten sich 115 Personen über die neue Plattform, auf der Produkte von über 40 Produzenten vermittelt werden sollen.
Ortsansicht der Gemeinde mit Kirche und einem Modell des neuen Nahversorgers
26.11.2020

Agenda 21 Kleinzell: Nahversorgung und altersgerechtes Wohnen

Die Arbeit und das Engagement im Agenda 21-Prozess der Gemeinde Kleinzell zeigt sich mittlerweile in erfolgreichen Projekten: Für den neuen, modernen Nahversorger im Ortszentrum erfolgte gerade der Spatenstich. Und im Projekt "Wohnen mit Service" soll ein altes Haus im Zentrum künftig ein attraktives Wohnangebot für selbstbestimmtes Leben der älteren GemeindebürgerInnen bieten.