Ein Flachdach mit zahlreichen Photovoltaik-Paneelen.
Beitrag
Gallneukirchen, Timelkam
13.07.2021

Klimastrategien: Gallneukirchen und Timelkam tun was für´s Klima

Der globale Klimawandel stellt ohne Zweifel die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts dar und ist auch schon in vielen oberösterreichischen Gemeinden mehr als präsent. Ganz im Sinne der Agenda 21 wurden die Marktgemeinde Timelkam und die Stadtgemeinde Gallneukirchen nun aktiv und erarbeiteten gemeinsam mit BürgerInnen, den Wirtschaftstreibenden und anderen lokalen Initiativen jeweils eine eigene "Klimastrategie 2030". Sie dienen künftig als Leitlinie für klimafreundliche Entscheidungen und beschreiben die wichtigsten Handlungsfelder, Entwicklungsziele und konkrete Maßnahmen.

Zum einen sind auf der lokalen Ebene und im eigenen Lebensumfeld die Auswirkungen des Klimawandels schon oft spürbar: Kleinräumliche Überflutungen in Folge von Starkregen, hitzebedingte Belastungen oder die Dauer von Trockenperioden nehmen auch in Oberösterreich zu. Zum anderen ist die Gemeinde auch jene Handlungsebene, auf der man gemeinsam mit den BürgerInnen aktiv maßgeschneiderte Maßnahmen für den Klimaschutz entwickeln und umsetzen kann. 

Die Marktgemeinde Timelkam und die Stadtgemeinde Gallneukirchen gehen nun als gutes Beispiel voran: In speziellen themenfokussierten Agenda 21-Prozessen diskutierten sie Klimaschutzziele und erstellten jeweils Klimastrategien mit konkreten Umsetzungmaßnahmen. Beide Kommunen verstehen Klimaschutz nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance, wertvolle Beiträge für mehr Lebensqualität und zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung zu leisten. Mit umfangreichen und innovativen Beteiligungsformaten wurden gemeinsam mit den BürgerInnen Klimastrategien erarbeitet, die nun jeweils von den Gemeinderäten einstimmig beschlossen wurden.

Timelkam tut was für gutes Klima

Die Timelkamer Klimastrategie wird am 12. September im Rahmen des "Timelkamer Klimagipfels" offiziell vorgestellt. Danach geht es um die Umsetzung der bereits begonnenen Initiativen. Ein Schwerpunkt ist dem Thema Photovoltaik gewidmet. Mit gemeinschaftlich organisierten Modellen (z.Bb einer Genossenschaft) sollen in den nächsten Jahren möglichst viele öffentliche und private Dächer erneuerbaren Sonnenstrom liefern. Die Gemeinde selbst hat mittels Energiemonitoring die öffentlichen Infrastrukturen und auch Pfarrgebäude auf Klimatauglichkeit evaliuert.

Ein weiterer Schwerpunkt in Timelkam ist die nachhaltige Ausrichtung von Festen und Feiern. Das "Green Events - Konzept" soll künftig Standard bei zahlreichen Veranstaltungen wie Maibaumaufstellen, Feuerwehr-, Pfarrfest oder Konzerte werden.  Veranstaltungen haben nicht nur einen hohen sozialen wie kulturellen Wert, zusätzlich berücksichtigen "Green Events" während der gesamten Organisation Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte: Sie achten besonders auf klimafreundliche Mobilität und Regionalität, schonende Ressourcennutzung und Abfallvermeidung. Ein passendes Symbol dafür, dass man in Timelkam künftig eben ganzheitlich für gutes Klima sorgen will. Passend dazu auch, dass die Klimastratege am 24. Juni im Rahmen einer GEHmeindeRADSitzung einstimmig beschlossen wurde. 

Homepage Marktgemeinde Timelkam
 

Gallneukirchen macht sich stark für´s Klima

Unter diesem Motto waren auch in Gallneukirchen BürgerInnen, Verwaltung, Politik und Wirtschaft zu einem themenbezogenen Agenda 21-Prozess zur klimagerechten Weiterentwicklung Gallneukirchens eingeladen. Im Zentrum der Agenda 21 stehen dabei Fragen wie: In welchen Bereichen können wir zum Klimaschutz beitragen? Was müssen wir für eine vorsorgende Anpassung an den Klimawandel tun? Was braucht es, damit Gallneukirchen auch für nachfolgende Generationen lebenswert ist?

Gruppenfoto des Gemeinderats Gallneukirchen nach dem Beschluss der Klimastrategie

Als Ergebnis des Agenda 21-Prozesses "Klima.Zukunft.Gallneukirchen" haben die Mitglieder des Gemeinderates der Stadtgemeinde Gallneukirchen am 1. Juli 2021 einstimmig die „Klimastrategie 2021-2030“ für Gallneukirchen beschlossen. Zentrale Elemente der Strategie sind die Klimafreundlichkeit als verbindliches Kriterium für alle Vorhaben und Projekte der Stadtgemeinde Gallneukirchen, die Umsetzung des Mobilitäts- und Verkehrskonzeptes, die Verringerung des Energieeinsatzes und die Erhöhung des Anteiles an erneuerbaren Energieträgern sowie des Grünanteils und der Biodiversität im Stadtgebiet.

Um das angestrebte Klimaziel zu erreichen, will die Stadtgemeinde Gallneukirchen aber auch weiterhin auf intensive Bürger- und Zielgruppenbeteiligung setzen. In Bezug auf die Zielerreichung der angestrebten Reduktion von Treibhausgasemissionen will die Stadtgemeinde außerdem regelmäßig über ihren Fortschritt berichten und die Bevölkerung zu einem nachhaltigen Lebensstil motivieren.

Homepage Stadtgemeinde Gallneukirchen

Weitere Artikel

Sandra Schwarz, Steffi Moser und Architekt Peter Wimmesberger mit einem Schild mit der Aufschrift Gemeinsam Dahoam.
14.12.2021

Gemeinschaftlich und flächensparend Wohnen im Innviertel

Die Wohnbedürfnisse sind im Wandel. Sei es aufgrund der spürbar steigenden Baukosten, der Achtsamkeit im Hinblick auf Bodenverbrauch oder weil Menschen neue Wohnformen an anderen Orten kennen und schätzen lernen. Diese Veränderung bietet auch Chancen für alternative Wohnformen neben dem Einfamilienhaus. Wohnen in Gemeinschaft kann dabei eine Möglichkeit sein. Die Regionalmanagerinnen Stefanie Moser und Sandra Schwarz (RMOÖ GmbH) initiierten gemeinsam mit Architekt Peter Wimmesberger ein Agenda 21-Impulsprojekt zum Thema gemeinschaftliches Wohnen. Im Interview erzählen sie, warum diese Wohnform auch für den ländlichen Raum interessant ist und was sie mit dem Projekt in der Region Innviertel-Hausruck vorhaben.
Landschaftsbild, im Vordergrund die Steyr bei Losenstein, im Hintergrund grüne Wiesen und Hügel.
25.11.2021

RSR-Report für regionale soziale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung

Die Initiative Steyrland ist ein Netzwerk von derzeit insgesamt 133 Mitgliedern, bestehend aus Gemeinden, Unternehmen, Schulen, Vereinen und Verbänden im Bezirk Steyr-Land. In einem Agenda 21-Projekt erstellte die Initiative einen bisher einzigartigen Regional Social Responsibility Report (RSR), der das regionale Engagement für eine nachhaltige Entwicklung und soziale Verantwortung fördert. Als Wegweiser dazu dienten die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele.
Eine Frau blättert durch die Broschüre Denkwerkzeug Multilokalität
18.10.2021

Neues Agenda 21-Tool: Denkwerkzeug Multilokalität

Das „Denkwerkzeug Multilokalität“ gibt Gemeinden und Regionen einen Überblick über die Formenvielfalt des multilokalen Lebensstils und bietet als „Workbook“ praktisches Handwerkszeug, Arbeitsmaterial und Methoden, um mit der Zielgruppe der „Multilokalen“ proaktiv in Kontakt zu kommen. Neben den spezifischen Bedürfnissen der Multilokalen stehen deren Ressourcen und Potentiale für Gemeinden und Regionen im Fokus.

Ein abgerissenes Gasthaus vor der Kulisse des Traunsteins.
17.08.2021

Ebensee arbeitet an seiner Baukultur

Baukultur ist auch in Ebensee im wahrsten Sinne des Wortes mehr als nur Fassade. Zum schrittweisen Verlust der historischen Bausubstanz sind Themen wie die zunehmende Verkehrsbelastung und eine immer weiter voranschreitende Bodenversiegelung aktueller denn je. Wie geht Ebensee künftig mit dem baukulturellem Erbe um und wie soll sich die Traunseegemeinde in Zukunft baulich weiterentwickeln? In einem in Oberösterreich bisher einzigartigen themenbezogenen Agenda 21 Prozess wird in den nächsten Monaten gemeinsam mit den BürgerInnen an eigenen Baukultur-Richtlinien gearbeitet.