Eine Person beschreibt das Plakat zum SDG 4 "Hochwertige Bildung" mit Vorschlägen zur Umsetzung in der Gemeinde.
Beitrag
SDGs
GemeindeNavi
Linz
09.04.2020

Wie man globale Nachhaltigkeitsziele in der Gemeinde und der Region umsetzen kann

Wie kann die regionale und lokale Politik gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern das eigene Lebensumfeld nachhaltig gestalten? Und was bedeutet überhaupt Nachhaltigkeit in den verschiedensten Lebensbereichen? Mit dem neuen "GemeindeNavi Agenda 2030" kann man diese Fragen beantworten. Dabei handelt es sich um ein innovatives Agenda 21-Entwicklungstool, das die globalen Ziele für die lokale Ebene übersetzt und die Selbsteinschätzung sowie Zukunftsplanung in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele in Gemeinden unterstützt. Beim Agenda 21-MethodenLabor unter dem Titel „Agenda 2030 und die SDGs“ konnten sich Gemeinderäte, regionale MultiplikatorInnen und regionale ProjektträgerInnen mit den SDGs und dem GemeindeNavi vertraut machen.

Es braucht jeden Staat, jede Gemeinde, jeden Einzelnen: Gemeint sind die Sustainable Development Goals (SDGs), die 2015 von 193 Staaten beschlossen wurden. Das sind 17 globale Ziele, die zeigen was Nachhaltigkeit in den unterschiedlichen Bereichen bedeutet und die einen Weg in eine gute Zukunft für alle beschreiben. Aus ganz Oberösterreich waren Gemeinderäte, regionale Multiplikatoren und regionale Projektträger zur Veranstaltung zur Veranstaltung nach Linz gekommen, um die Ziele näher kennenzulernen und deren Bedeutung für die Gestaltungsmöglichkeiten auf Gemeindeebene zu diskutieren.
 
Beim Agenda 21 MethodenLabor stellten die Regionalmanager Johannes Meinhart und Christine Rehberger den Teilnehmern das, gemeinsam mit der oö. Zukunftsakademie entwickelte, „GemeindNavi Agenda 2030“ vor. Dabei handelt es sich um ein innovatives Entwicklungstool, das die globalen Ziele für die lokale Ebene übersetzt, und die Selbsteinschätzung und Zukunftsplanung in Bezug auf die Nachhaltigkeitsziele in Gemeinden unterstützt. Die TeilnehmerInnen konnten das Instrument auch gleich in der Praxis testen und beantworteten zu verschiedenen Zielen die Fragen: Was tut die Gemeinde bereits bzw. was sollten wir in Angriff nehmen? Dadurch erhalten Gemeinden einen Blick auf die eigenen Zukunftsaufgaben.
 
„Ziel des „GemeindeNavi“ ist es, aus dieser Fragestellung heraus zu jedem Nachhaltigkeitsziel drei Schwerpunkte festzulegen, die in der Gemeinde durchführbar sind. Diese Aktivitäten können im Rahmen der Gemeinderatsarbeit, in Ausschüssen oder im Rahmen eines Agenda 21-Prozesses umgesetzt werden,“ so die beiden Regionalmanager für Nachhaltigkeit und Umwelt. Das Instrument kann aber ebenso von Regionen, Vereinen, Schulen, Unternehmen oder lokalen Initiativen genutzt werden.

Günther Humer von der OÖ. Zukunftsakademie: „Der Slogan „global denken – lokal handeln“ ist wieder höchst aktuell. DMit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen haben wir einen weltweit gültigen Rahmen, der alle relevanten Zukunftsthemen anspricht. Auf Ebene der Gemeinden verbinden wir die weltweite Vision mit den konkreten Bedarfen, Potenzialen und Handlungsmöglichkeiten. Hier erleben die Menschen, dass sie selbst etwas beitragen und gestalten können. Wenn das an vielen Orten gelingt, bewirkt das weltweite Veränderungen.

Mehrere Gemeinden zeigten nach der Veranstaltung Interesse daran, das GemeindeNavi durchzuführen. Sie würden damit den fünf „Pioniergemeinden“ Kremsmünster, Alberndorf, Kronstorf, Schlierbach und Höhnhart folgen, die das GemeindeNavi bereits erprobt haben und nun die Umsetzung ihrer Ideen zur nachhaltigen Entwicklung ihrer Gemeinde angehen. 

 

Weitere Artikel

Grafische Darstellung
08.07.2020

Mit der "Landprobe" in Taiskirchen sieben Tage Landluft schnuppern

Die "Landprobe" bietet interessierten Menschen die Möglichkeit, das Landleben einfach und unverbindlich eine Woche lang auszuprobieren. Die Innviertler Gemeinde Taiskirchen beschäftigt sich im laufenden Agenda 21-Prozess bereits intensiv mit dem Thema "Multilokalität". Als Pilotgemeinde lädt sie im September sechs "LandschwärmerInnen" ein, das Landleben für eine begrenzte Zeit zu versuchen und konkret zu erleben, anstatt nur darüber nachzudenken. Interessierte können sich noch bis 31. Juli für das Projekt bewerben.
Grafische Darstellung zum Thema Corona
30.06.2020

Agenda 21-Zukunftsimpuls "Nach Corona"

Die Corona-Krise hat in nur wenigen Monaten die Welt verändert. Auch viele Gemeinden stehen von einem Tag auf den anderen vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es aber auch in vielen Bereichen Innovationen und positive Entwicklungen, die bis vor kurzem noch undenkbar waren. Der Agenda 21-Zukunftsimpuls "Nach Corona" bietet zehn Pilotgemeinden die Möglichkeit, einen Abend lang die Ereignisse der vergangenen Ausnahmewochen zu reflektieren, den Erfahrungen der Corona-Krise Raum zu geben und dieses „Window of Opportunity“ für neue Zugänge in der Gemeindeentwicklung zu nutzen.
Die Regionalmanagerinnen Steffi Moser und Sandra Schwarz halten ein Schild mit der Aufschrift Multilokalität.
30.04.2020

MULTILOKALITÄT - Vom Leben zwischen Stadt und Land

Menschen leben zunehmend an mehr als einem Ort. Daraus resultieren viele Chancen für den ländlichen Bereich, gleichzeitig wird aber auch Unterstützung in den Gemeinden benötigt. Die Regionalmanagerinnen Stefanie Moser und Sandra Schwarz koordinieren mit der Inn-Salzach-Euregio ein Agenda 21-Impulsprojekt zum Thema "Multilokalität" im Innviertel. Sie erklären im Interview mit der Plattform "Nachhaltig im Innviertel", was damit gemeint ist und welche ersten Projektergebnisse entstanden sind.
Ein Dorf im ländlichen Raum
02.04.2020

Ideen für ein starkes örtliches Immunsystem

Ein starkes Immunsystem ist in der aktuellen Zeit wichtiger denn je! Auch Gemeinden und Regionen haben z.B. in Agenda 21-Prozessen vielfältige Projekte, Initiativen und Aktivitäten gesetzt, die das „örtliche Immunsystem“ stärken und jetzt helfen können, die Krisenzeit in manchen Bereichen besser zu bewältigen. Viele Gemeinden finden auch jetzt unter schwierigen Umständen mit viel Kreativität und Engagement Wege und Möglichkeiten, die aktuelle Situation zu meistern. In unserer Reihe „Ideen zur Stärkung des örtlichen Immunsystems“ wollen wir Projekte und Aktivitäten vorstellen, die zum Nachdenken und vor allem auch Nachahmen einladen! Wir sind überzeugt: Vieles davon, wird auch „nach Corona“ noch Bestand haben bzw. nicht mehr wegzudenken sein!