Zwei ältere Damen unterhalten sich lachend an einem Tisch.
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Hansbergland, St. Johann a. Wimberg, St. Peter am Wimberg
18.12.2020

Gemeindeübergreifende Betreuungsstrukturen im Hansbergland

Die Region Hansbergland nimmt sich in den kommenden Monaten zweier wichtiger Themen an. Gemeindeübergreifend soll in einem Agenda 21-Projekt eine Tagesbetreuungstruktur für SeniorInnen aufgebaut werden. Die Idee dahinter: Tagsüber gut begleitet - abends Zuhause. Außerdem wird an einem Kinderbetreuungsnetzwerk gearbeitet, das die bestehenden Angebote ergänzen wird.

Das Hansbergland mit seinen Gemeinden Niederwaldkirchen, St. Johann, St. Peter, St. Veit und St. Ulrich hat viele Vorzüge als Lebens- und Wohnregion zu bieten. Intakte Natur, sozialer Zusammenhalt, noch viele engagierte BürgerInnen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, um nur eine Auswahl zu nennen. Doch die Region kämpft auch mit Herausforderungen. Demografischer Wandel ist hier das große Schlagwort. So ist die Bevölkerungsentwicklung derzeit noch stabil. Prognosen zeigen jedoch, dass der Anteil der älteren Personen kontinuierlich ansteigen und der Jugendanteil sinken wird. Gleichzeitig zeigt sich auch der Trend zu den Ein- und Zwei-Personen-Haushalten. Es gibt immer weniger Mehrgenerationenhaushalte, in denen die Betreuung von jungen und älteren Personen durch Familienmitglieder übernommen werden kann. Die Herausforderungen in der Betreuung von Familienmitgliedern konzentriert sich immer öfter auf wenige Personen. Überlastung ist häufig die Folge. Weiters steigt in Kleinhaushalten die Gefahr der Vereinsamung im Alter, zurzeit auch noch verschärft durch die Corona-Pandemie.

Gut und gerne zu Hause und im vertrauten Lebensumfeld Altwerden, und die Unterstützung für Ältere und ihre Angehörigen, ist ein brennendes Anliegen vieler BürgerInnen. Derzeit nehmen mehrere SeniorInnen Tagesbetreuung in diversen Bezirksaltenheimen wahr. Die langen Transportwege stellen für die Betroffenen nicht nur eine finanzielle, sondern auch oft körperliche Belastung dar. Zudem sind diese Einrichtungen ausgelastet und haben Wartelisten. Weiters wird Einsamkeit im Alter zunehmend ein Problem, das viele SeniorInnen betrifft und welches gerade in Zeiten von Corona nochmals an Bedeutung gewonnen hat.

Unterstützt von der Regionalmanagement OÖ GmbH wurde eine Bedarfserhebung für die Themen Senioren- und Kinderbetreuung durchgeführt. Die Ergebnisse sind klar: Im Hansbergland gibt es einen klaren Bedarf für den Ausbau eines Tagesbetreuungsangebotes für ältere Menschen. Die Angebote für Kinderbetreuung sind zwar gut, aber in den Bereichen Sommerbetreuung, Ganztagesbetreuung und Randzeiten braucht es Verbesserungen. Die Gemeinden im Hansbergland werden daher nun beide Themen proaktiv vorantreiben. 

Tagsüber gut begleitet – abends Zuhause
Unter diesem Motto soll daher die Lebensqualität vor allem für ältere Menschen verbessert und Angehörige in ihrer Betreuungstätigkeit entlastet werden. In der Region soll ein naher, lebendiger Treffpunkt für Seniorinnen und Senioren entstehen, der Begegnung, Austausch und gemeinsames „aktiv sein“ ermöglicht. Eine willkommene Abwechslung im Alltag sollen verschiedene Angebote für die geistige und körperliche Fitness bieten. Professionelle Betreuung und (pflegerische) Unterstützung würden die Qualität des Angebotes sichern. Als nächster Schritt wird ein regionales Projektteam mit VertreterInnen aus allen beteiligten Gemeinden gebildet. Im Rahmen eines Agenda 21-Projekts soll gemeinsam ein für die Hansbergland-Gemeinden finanziell langfristig tragbares, umsetzungsreifes Konzept entwickelt werden. Zahlreiche Fragen und Themen wie Leistungsumfang, konkretes Pflege- & Betreuungsangebot, Personal- und Raumbedarf, Standort, Finanzierung, Betreiberstruktur, Einbindung von Ehrenamtlichen, Bewusstseinsbildung & nach Möglichkeit zur Einbindung der Zielgruppe sind noch zu bearbeiten. 

Zudem wird gerade ein LEADER-Projekt vorbereitet mit dem Ziel aktiv ein Kinderbetreuungsnetzwerk aufzubauen und gemeinsam Lösungen für die bestehenden Herausforderungen zu entwickeln. Beide Themen haben ihre Wurzeln in den Agenda 21-Basisprozessen in St. Johann und St. Peter am Wimberg. Da man gemeinsam mehr erreicht, haben sie diese kleinregionale Zusammenarbeit initiiert.

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